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Klimaschutz | CO2-Bepreisung | CBAM

Reduce Co2 Emissions concept. Carbon reduction icon on wooden cube for decrease CO2. Carbon neutral, Net Zero, Climate change, Sustainable energy, Carbon footprint, environmental problems, neutrality,
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Deutschland und die EU haben sich im internationalen Vergleich ambitionierte CO2- Reduktionsziele gesetzt. Allerdings sind die für den Klimaschutz ergriffenen Maßnahmen teils durch eine bürokratische Detailregelung für die Wirtschaft geprägt. Klimapolitische Maßnahmen werden zudem bislang häufig ohne ausreichende Rücksicht auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ergriffen. Im Fokus der Klimapolitik sollte eine zügige sowie ökonomisch und ökologisch effiziente Erreichung der Klimaschutzziele stehen. 

Klimaschutzpolitik kann schnell unwirksam werden, wenn sie zu „Carbon Leakage“ und zur Verlagerung von Wertschöpfungsketten ins Ausland führt. Denn trotz des Pariser Übereinkommens ergreifen internationale Wettbewerber der EU bisher kaum vergleichbare Klimaschutzmaßnahmen. Ein wirksamer und unbürokratischer Carbon Leakage-Schutz ist neben ausreichend klimaneutralen Alternativen für die grüne Transformation der Industrie unabdingbar. 

Unternehmen der Finanz- und Realwirtschaft benötigen klare und verlässliche wirtschafts- und klimapolitische Leitplanken, an denen sie die Investitionen ausrichten können. Anhaltende Unsicherheit und fortwährende regulatorische Dynamik führen zu Investitionszurückhaltung. Angesichts der knappen Zeit bis 2045 und der langen Investitionszyklen ist dies ein Risiko, dass sich die Wirtschaft weder ökologisch noch ökonomisch leisten kann. Auf Grundlage von stabilen Rahmenbedingungen können KMU ihre Dekarbonisierungs- und Investitionsplanung vornehmen ─ dabei unterstützen DIHK und VÖB mit einem  Leitfaden für KMU zur Begleitung ihrer Transformation. (PDF, nicht barrierefrei, 5 MB)

Hinweis

Umfrage für CBAM-Importeure 

Das Beratungs- und Softwareunternehmen Carboneer, das auch IHKs in ihren CBAM-Netzwerken unterstützt, führt eine Umfrage unter Importeuren durch. Ziel der Umfrage ist es, die Folgenabschätzung der Europäischen Kommission zum CBAM aus dem Jahr 2025 hinsichtlich der Compliance-Kosten von Importeuren zu aktualisieren.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) und die IHK Nürnberg für Mittelfranken möchte die Umfrageergebnisse für die Interessenvertretung nutzen.

Vom CBAM betroffene Unternehmen sind herzlich eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen.

Die Teilnahme ist bis zum 20. November 2026 möglich.

Hinweis

AKTUELLES

AKTUELLES

CBAM: Der CO₂-Grenzausgleich der EU

CBAM

Mit dem Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) führt die Europäische Union einen CO₂-Grenzausgleich für bestimmte importierte Waren ein. Ziel ist es, Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden und sogenannte „Carbon Leakage“-Effekte zu verhindern. Damit soll sichergestellt werden, dass für importierte Waren vergleichbare CO₂-Kosten gelten wie für Produkte, die innerhalb der EU hergestellt werden.

Welche Waren sind betroffen?

Der CBAM erfasst derzeit Waren aus folgenden Sektoren:

  • Eisen und Stahl: unter anderem Flacherzeugnisse, Profile, Rohre und Schrauben (KN-Kapitel 72 und 73) sowie agglomerierte Eisenerze (KN-Code 2601 12 00)
  • Aluminium: Rohaluminium, Bleche, Folien und Konstruktionsteile (KN-Kapitel 76)
  • Zement: Portlandzement, Tonerdezement und Zementklinker (KN-Position 2523)
  • Düngemittel: Harnstoff, Ammoniak, Salpetersäure und Mischdünger
  • Strom: elektrische Energie (KN-Code 2716 00 00)
  • Wasserstoff: reiner Wasserstoff (KN-Code 2804 10 00)

Darüber hinaus sind zahlreiche Vorprodukte und bestimmte verarbeitete Erzeugnisse in den betroffenen Warengruppen einbezogen. Die konkrete Betroffenheit sollte anhand der jeweiligen Zolltarifnummer geprüft werden.

Oft werden CBAM-Güter weiterverarbeitet. Dabei stellt sich die Frage, ob diese Weiterverarbeitungen bei der Emissionsberechnung mit berücksichtigt werden muss oder nicht. In Anhang I der Durchführungsvorordnung (EU) 2025/2547 werden sogenannte Systemgrenzen definiert. Befindet sich eine Weiterverarbeitung innerhalb der Systemgrenze, ist sie für die Emissionsberechnung relevant; befindet sie sich außerhalb entsprechend nicht.

Übergangsphase bis Ende 2025

Seit Oktober 2023 befinden sich Unternehmen in einer Übergangsphase. In diesem Zeitraum müssen Importeure die in ihren Importwaren enthaltenen Treibhausgasemissionen quartalsweise melden. Finanzielle Ausgleichszahlungen sind in dieser Phase noch nicht erforderlich. 

Was gilt ab 2026 und 2027?

Mit Beginn der endgültigen CBAM-Regelung müssen Unternehmen, die mehr als 50 Tonnen CBAM-Waren pro Jahr importieren, den Status eines autorisierten CBAM-Anmelders („Authorised CBAM Declarant“) besitzen. Informationen zur Regelphase: DEHSt - Zulassung für CBAM-Regelphase

Die finanziellen Verpflichtungen werden schrittweise wirksam:

  • Ermittlung der in den Waren enthaltenen Emissionen
  • Kauf von CBAM-Zertifikaten
  • Jährliche Abgabe von Zertifikaten entsprechend der importierten Emissionsmenge
  • Anrechnung bereits im Ursprungsland gezahlter CO₂-Preise, sofern diese nachgewiesen werden können.

Der Preis der CBAM-Zertifikate orientiert sich am EU-Emissionshandelssystem (EU ETS). Ab 2027 wird der Zertifikatspreis auf Basis eines wöchentlichen Durchschnittswerts des ETS-Preises berechnet. Zum Ende eines Quartals müssen Unternehmen mindestens 50 % der erforderlichen Zertifikate erworben haben.

Ausblick

Die Europäische Kommission verfolgt das Ziel, den CBAM schrittweise weiterzuentwickeln. Im politischen Raum werden bereits Erweiterungen des Anwendungsbereichs und zusätzliche Produktgruppen diskutiert, die ab 2028 einbezogen werden sollen. Unternehmen sollten die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen und ihre Importstrukturen regelmäßig überprüfen.

Ab 2028 soll der Anwendungsbereich ausgeweitet werden auf Produkte mit hohem Metallanteil. Die vorgeschlagenen Produkte finden Sie im Annex 1, die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Hinweis

In Kürze

  • Nur zugelassene CBAM-Anmelder dürfen seit dem 01.01.2026 CBAM-Waren oberhalb von 50 Tonnen pro Jahr einführen (Art. 4 und 5).
  • Massenbasierter Schwellenwert: Die De-minimis-Ausnahme gilt für kumulierte Importe bis 50 Tonnen Nettomasse je Importeur und Kalenderjahr. 
  • Emissionsdaten: Die grauen Emissionen jeder Einfuhr sind zu erfassen, entweder über tatsächliche Werte der Hersteller oder über Standardwerte der EU-Kommission.
  • Erklärungsfrist: Die erste CBAM-Erklärung ist am 30.09.2027 für das Berichtsjahr 2026 fällig (vor der Änderung: 31.05.2027).
  • Zertifikatsverkauf: Ab dem 01.02.2027 sind CBAM-Zertifikate über die zentrale gemeinsame Plattform zu kaufen. Ab 2027 gilt zusätzlich die quartalsweise Haltepflicht von 50 Prozent (Art. 20 und 22).
  • Haltepflicht: Ab 2027 sind am Ende jedes Quartals mindestens 50 Prozent (statt 80 Prozent) der kumulierten grauen Emissionen mit Zertifikaten zu decken.
  • Deutsche Unternehmen erreichen das Register über den Zoll-Portal-Dienst "EU-Trader-Portal und CBAM-Portal"; Voraussetzungen sind ein ELSTER-Zertifikat, ein Geschäftskundenkonto im Zoll-Portal und eine EORI-Nummer.
  • Über den Antrag entscheidet in Deutschland die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt.
Hinweis

Handlungsbedarf besteht insbesondere für Unternehmen, die:

  • Waren der betroffenen Produktgruppen importieren,
  • als Zollanmelder auftreten,
  • Bauteile oder Rohstoffe aus Drittstaaten beziehen,
  • Lieferketten mit Herstellern außerhalb der EU unterhalten.

Unternehmen sollten frühzeitig prüfen:

  1. Ob ihre Zolltarifnummern vom CBAM erfasst sind.
  2. Welche Emissionsdaten von Lieferanten benötigt werden.
  3. Ob IT- und Compliance-Prozesse angepasst werden müssen.
  4. Welche zusätzlichen Kosten durch den Erwerb von CBAM-Zertifikaten entstehen können.
IHK-AnwenderClub Energie | Klima Themen-Netzwerk

Der IHK-AnwenderClub „Energie | Klima“ unterstützt den gegenseitigen Informations-, Erfahrungs- und persönlichen Gedankenaustausch zum Thema Innovationsmanagement. 

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Klimaanpassung in Unternehmen

Die Anpassung an den Klimawandel stellt für viele Unternehmen eine bisher unter-schätzte Herausforderung dar. Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat eine praxisnahe Handlungshilfe zur Klimaanpassung in Unternehmen erstellt, in der gezeigt wird, wie Unternehmen sich gezielt an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Die Möglichkeiten reichen von Verschattung, Dämmung und Innenraumbegrünung über Entsiegelung und Versickerungsmulden bis hin zu Produktanpassungen und robusten Lieferketten:

Klimaanpassung: Risiken senken und Chancen nutzen - IZU (bayern.de)

Ein im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz entwickelte Klimacheck unterstützt Unternehmen bei der Identifikation klimabedingter Risiken und der Entwicklung erster Ansätze zum Umgang mit diesen Risiken. Der Klimacheck richtet sich dabei explizit an mittelständische Unternehmen des produzierenden Gewerbes, kann aber auch in anderen Geschäftsbereichen, etwa der Logistik, angewandt werden.

Handlungshilfen zum betrieblichen Klimaschutz

  • LfU-Handlungshilfen für den betrieblichen Klimaschutz: Diese unterstützen Unternehmen im ersten Schritt bei der Erstellung einer Klimabilanz und Klimastrategie. Im zweiten Schritt wird die Etablierung eines Klimamanagements erklärt und mit konkreten Beispielmaßnahmen verdeutlicht. Die Handlungshilfen zeigen aufeinanderfolgend den ganzen Prozess auf und sind als Einsteiger- und Fortgeschrittenen-Version verfügbar: https://www.umweltpakt.bayern.de/management/aktuelles/3693/izu-handlungshilfen-zum-betrieblichen-klimaschutz
  • UBA-Leitfaden für die Praxis „Klimamanagement in Unternehmen: Leitfaden vermittelt praxisorientiert, wie Unternehmen ein systematisches, transparentes und glaubwürdige Klimamanagement aufbauen und betreiben können. Er richtet sich an Organisationen, die Klimaschutz, Klimaanpassung und das Management klimabezogener Risiken systematisch in ihre Unternehmensführung integrieren und so rechtliche Vorgaben so wie Erwartungen von Kunden und Kundinnen, Investoren und Investorinnen und anderen Sta keholdern erfüllen wollen. Grundlage bilden aktuelle rechtliche und politische Rahmenbedin gungen (z.B. European Green Deal, deutsches Klimaschutz- und Klimaanpassungsgesetz, EU-ETS, CSRD) sowie etablierte Standards wie das GHG-Protocol und relevante ISO-Normen. Zum Download: Klimamanagement in Unternehmen. Leitfaden für die Praxis. (www.uba.de) 

Rückblick: IHK-Fachforum „Klimaschutzmanagement: CBAM auf den letzten Metern“

Zum Thema Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) kamen am 24.3.2025 ca. 60 Teilnehmende in der IHK Nürnberg für Mittelfranken zusammen, um sich zu informieren und über einen praxistauglichen Umgang mit in Unternehmen zu diskutieren.  

CBAM ist ein Instrument der EU-Klimapolitik, das Unternehmen dazu verpflichtet, die Treibhausgas (THG)-Emissionen von importierten Waren zu berücksichtigen. Ziel ist es, Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden und die Klimaziele der EU zu unterstützen.  

Unternehmen, die Waren aus Ländern außerhalb der EU importieren, müssen ab 2026 den THG-Ausstoß von emissionsintensiven Produkten nachweisen und Zertifikate zum Ausgleich des CO2-Fußabdrucks erwerben. Dies betrifft insbesondere Industrien wie Stahl, Zement, Düngemittel und Aluminium. 

Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie ihre Lieferketten und Produktionsprozesse überprüfen müssen, um den Treibhausgas-Ausstoß der importierten Produkte korrekt zu erfassen und zu melden. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit CBAM ist entscheidend, um künftige Kosten und bürokratische Hürden zu minimieren.  

Die Veranstaltung hat Handlungsempfehlungen zum praktischen Umgang mit den Verpflichtungen vermittelt und bei der Risikoabwägung unterstützt. Fachliche Expertise aus rechtlicher Perspektive boten Lars Hillmann und Dr. Hartmut Henninger von der Catwyk Rechtsanwaltsgesellschaft mbH & Co. KG. Praktische Ansätze im Umgang mit Emissionsfaktoren und Lieferanten zeigten Roman Haak und Anselm Leitherer von CBAM-Estimator GmbH auf, während Tobias Urban, Intechnica Consult GmbH auf die Ermittlung von Emissionsfaktoren im Zusammenhang mit dem Emissionshandel anhand des EU-ETS1 veranschaulichte. Der Praxisbericht von Patrick Meier, Richard Bergner Holding GmbH& Co. KG aus Schwabach verdeutlichte umso mehr die Herausforderungen, mit denen betroffene Unternehmen beim Import konfrontiert sind. 

Das aktuell laufende EU-Omnibus-Verfahren könnte Erleichterungen für rund 90 % der aktuell betroffenen Unternehmen bringen und dennoch 99 % der relevanten Emissionen erfassen. Importeure profitieren vor allem dann, wenn sie aktuell über dem Grenzwert von 150 Euro Warenwert (aktuell) liegen, aber unter 50 Tonnen Mengenwert (vorgeschlagen).  

Das IHK-Fachforum wurde gemeinsam von den Geschäftsbereichen International sowie Innovation und Umwelt ausgerichtet, als Teil der Veranstaltungsreihe „EU Green Deal mit der Wirtschaft“ und wird unterstützt vom IHK-AnwenderClub „Energie | Klima“ und dem Projekt „transform_EMN“zur Unterstützung der Automobil-Zulieferindustrie. 

IHK-Ansprechpartner: 
Katharina Boehlke | Rainulf Pichner

IHK-Impuls: CBAM-Anpassungen dringend nötig

Der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) betrifft viele deutsche Unternehmen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht erheblichen Nachbesserungsbedarf – und legt in einem Impulspapier Forderungen zur Weiterentwicklung des Instrumentes vor. Trotz der bereits vorgenommene Erleichterung benennt die DIHK in ihrem Impulspapier eine Reihe von Problemen, die das System in seiner aktuellen Ausgestaltung für die Praxis kaum handhabbar machen.

Hauptkritikpunkte sind: 

  • Zu hohe Standardwerte: 
    Die im Dezember 2025 veröffentlichten Standardwerte, insbesondere für Importe aus China und Indonesien, übertreffen frühere Referenzwerte deutlich – mit gravierenden Kostenfolgen für Unternehmen, die ihre Bezugsquellen kurzfristig nicht wechseln können.
  • Fehlende Exportlösung: 
    Waren, die in der EU produziert und mit einem CO₂-Preis belastet wurden, werden im Export nicht entlastet. Dies benachteiligt europäische Hersteller im globalen Preiswettbewerb massiv.
  • Engpass bei Zertifizierern: 
    Für die verpflichtende Zertifizierung von rund 40.000 Produktionsanlagen stehen absehbar nicht genug akkreditierte Prüfstellen zur Verfügung – mit der Folge, dass Unternehmen auf nachteilige Standardwerte ausweichen müssen.
  • Zu kurze Fristen und unklare Regeln: 
    Verordnungen werden kurzfristig erlassen, Konsultationen zu spät durchgeführt, grundlegende Rechtsfragen bleiben ungeklärt – etwa bei Veredelungsverkehren, Rückwaren oder Mehrwegverpackungen.
  • Strukturelle Überforderung kleiner und mittlerer Unternehmen: 
    Unternehmen ohne spezialisierte Compliance-Teams und IT-Ressourcen sind mit dem System in seiner aktuellen Form überfordert – trotz der 50-Tonnen-Mengenschwelle.

Weitere Informationen finden Sie unter: DIHK-Impuls: CBAM-Anpassungen dringend nötig www.dihk.de 

Ansprechpartner

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