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Die Gründer und Geschäftsführer Johannes von Lindenfels (l.) und Dr. Michael Weigelt.

In den kommenden Jahren werden immer mehr Elektroautos unterwegs sein. Das wird auch an Sammel- oder Tiefgaragen neue Anforderungen stellen. Denn oft gibt es dort nur vereinzelte oder gar keine Ladeanschlüsse. Die Immergy GmbH in Nürnberg versucht daher, Betreiber solcher Gebäude davon zu überzeugen, eine einheitliche Ladeinfrastruktur einzurichten. Hierfür bietet sie die entsprechende Software an: Mit ihr lassen sich die Energielasten zwischen den Ladepunkten und die Zeiträume der Ladevorgänge steuern. Außerdem kann sie bei einer vorhandenen Photovoltaikanlage regeln, dass nur mit Solarstrom geladen wird.

Gegründet wurde Immergy 2023 von Dr. Michael Weigelt und Johannes von Lindenfels. Sie hatten zuvor zusammen am Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) gearbeitet. Weigelt hat sich in seiner Promotion damit beschäftigt, welches Antriebskonzept Langstreckenmobilität ermöglicht, mit Fokus auf dafür notwendige Infrastruktur. Hauptsächlich ist er aber Geschäftsführer der Seamless Energy Technologies GmbH in Nürnberg, die 2024 den IHK-Gründerpreis Mittelfranken gewann. Sie entwickelt Produktionstechnik für Ladespulen, die in Fahrbahnen zum kontaktlosen Aufladen verwendet werden. „Seamless arbeitet an der Hardware für Ladeinfrastruktur, Immergy dagegen an der Software“, erklärt Weigelt die unterschiedlichen Zielsetzungen. Dementsprechend sei die hardwarelastige Entwicklungsarbeit bei Seamless aufwändiger und nehme mehr Zeit in Anspruch.

Das Immergy-Team besteht derzeit neben Weigelt und seinem Mitgründer von Lindenfels noch aus zwei Mitarbeitern im Bereich Hausverwaltung und einem Software-Entwickler. Damit lässt sich das Auftragsaufkommen aktuell noch gut abwickeln. Man arbeite aber auch viel mit der FAU zusammen, um neue Ideen auszuprobieren. Die Umsatzentwicklung hänge davon ab, wie sich die Quote der Elektroautos entwickelt, sagt der Immergy-Chef. Das Start-up peilt aber eine Durchdringung von zehn Prozent der Ladepunkte im Raum Nürnberg an. „Wir wollen unsere Ladelösungen weiter professionalisieren und die Anzahl der Ladepunkte mit unserer Software steigern“, so Weigelt über die Zukunftspläne. Das sei allerdings kein einfaches Feld, denn zunächst müsse Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit überhaupt eine Lade­infrastruktur eingerichtet wird.

Alle Informationen zur Immergy GmbH.

Webcode: N1137