InfoLetter "Energie | Umwelt | Klima | Rohstoffe" 05 | 2024
Inhaltsverzeichnis
- Wissenswertes aus der METROPOLREGION
- Klimaschutz-Management in der betrieblichen Praxis - Bilanzierung von Scope-3-Emissionen
- Juraleitung (P53) - Info-Zentrum "JULIZ" in Nürnberg-Katzwang eröffnet
- Das Netzwerk der "EnergieMananger (IHK) | European EnergyManager (EUREM)" wächst weiter
- Schaeffler AG eröffnet hochmodernes Technologiezentrum in Herzogenaurach
- MAN in Nürnberg: Richtfest für neue Batteriefertigung in Nürnberg
- Sonnenstrom vom Nürnberger Versicherungsdach
- "5. HYDROGEN Dialogue 2024 – Summit & Expo" und Vollversammlung des Wasserstoffbündnis Bayern
- Treffen des IHK-AnwenderClub „Wasserstoff | H2“ im Rahmen des HYDROGEN Dialogue
- Qualifizierung als "IHK Energie- und Ressourcen-Scouts" - Jetzt Azubis anmelden
- Von der Idee zum Produkt: IHK Nürnberg startet Innovatoren-Training für mehr Innovationskraft
- Veranstaltungsübersicht
- Wissenswertes aus BAYERN
- Mehr Zirkularität durch "KReTa 2025" – Save the Date
- Bayern vereinfacht Regelung zu Ausgleichsflächen für Freiflächen-Photovoltaik
- IHK-Energiewende-Barometer 2024 für Deutschland und Bayern
- Ressourceneffizienz: Bayerische Recyclingbaustoff-Allianz gegründet
- Ideen für den nachhaltigen Einsatz von Bauteilen und Recyclingmaterialien im Bausektor ausgezeichnet
- Windenergie in Bayern - Zahl der Anträge und Genehmigungen für Anlagen deutlich gestiegen
- Einheitliche Strompreiszone muss bleiben!
- Wissenswertes aus DEUTSCHLAND
- Einwegkunststofffondsgesetz: Registrierung bis 31.12.2024 erforderlich
- Unternehmen droht Vertriebsverbot
- Energie-Infrastruktur: Rückschlag beim Wasserstoff behindert Industrie erheblich
- Bundesnetzagentur genehmigt Wasserstoff-Kernnetz
- DIHK-Präsident Adrian "Wir brauchen eine´Wirtschaft First`-Agenda"
- Solarpaket erleichtert Unternehmen den Einstieg in Photovoltaik
- Stromversorgung lässt sich marktwirtschaftlich sichern
- Grünen Strom direkt beziehen: Wie PPAs die Energiewende unterstützen
- Das Kraftwerkssicherheitsgesetz – Teurer Kapazitätsmechanismus im Fokus der Politik
- Leitfaden für Unternehmen zur Umsetzung der Biodiversitätsberichterstattung
- Änderungen der Gefahrstoffverordnung - Zustimmung durch Bundesrat
- Industrieller Mittelstand: Datenökonomie verstehen und nutzen
- Kreislaufwirtschaft: Mehrwert Digitaler Produktpässe
- Kreislaufwirtschaft: Änderung der Gewerbeabfallverordnung
- "Kreislaufwirtschaft ist eine Sache der Unternehmen" - NKS beschlossen
- Transformation und Bidding Zone Review: Wohin steuert der Energie-Binnenmarkt?
- Zirkuläres Wirtschaften: Welche Weichen jetzt gestellt werden müssen
- Wissenswertes aus EUROPA
- DIHK aktualisiert "Umgang mit Verpackungen in Europa" - Die wichtigsten Regelungen für 27 Länder auf einen Blick
- EU-Luftqualitätsrichtlinie tritt in Kraft - Strengere Grenzwerte beschlossen
- Chemikalien: EU-Kommission beschränkt Verwendungen von PFHxA
- Chemikalien: Fortschritt bei der PFAS-Beschränkung - ECHA und fünf europäische Länder informieren
- Klimaschustz: EU-Vorschlag für Klimaziel 2040 überfordert Deutschland und Europa
- EU-Umweltrat beschließt Änderung der CLP-Verordnung
- Bedeutende Emissionsreduktionen durch erneuerbare Energien
- Das erste grüne Eisenwerk in Afrika - 12 MW Elektrolyseur im Einsatz
- Webinar- und Veranstaltungsempfehlungen
- Webinar: „Nachhaltigkeitslösungen gekonnt mit Markenidentität verknüpfen“
- Webinar: „Digitaler Zwilling – datenbasierte Entscheidungen dank maximaler Transparenz“
Wissenswertes aus der METROPOLREGION
Klimaschutz-Management in der betrieblichen Praxis - Bilanzierung von Scope-3-Emissionen
Zum Umgang mit Scope-3-Emissionen in der Treibhausgasbilanzierung diskutierten am 20.11.2024 über 70 Teilnehmende. Geladen hatte die IHK Nürnberg für Mittelfranken und das Mittelstand-Digital Zentrum Franken in die IHK am Nürnberger Hauptmarkt. Neben Hintergründen zum betrieblichen Klimaschutzmanagement stand der Umgang mit Emissionen in der Lieferkette (Scope 3) im mittelfränkischen Unternehmen im Mittelpunkt der Veranstaltung.
Durch die Veranstaltung führte Frau Katharina Boehlke von der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Der Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Innovation und Umwelt, Dr. Robert Schmidt, machte in seiner Begrüßung deutlich, dass die Themen Klimaschutz-Managements und Treibhausgasbilanzierung künftig ein immer wichtiger werdendes Berichtsfeld für die Unternehmen sein wird. Hierbei hob er hervor, dass das Thema nicht nur im Zusammenhang mit der EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung nach Corporate Sustainable Reporting Directive (CSRD) oder dem freiwilligen Standard für kleine und mittlere Unternehmen (VSME), sondern auch mit betrieblichen Managementsystemen wie EMAS oder ISO 50.000 zu betrachten ist.
Mit einem Impuls zum Thema startete Prof. Dr. Frank Ebinger, TH Nürnberg Georg-Simon-Ohm sowie Vertreter des Mittelstand-Digital Zentrum Franken und gab einen Einblick zu den gesetzlichen Hintergründen und praxisorientierten Rahmenbedingungen bei Umsetzung der Treibhausgasbilanzierung. Dabei wurde schnell klar, dass neben den Abgrenzungsfragen und der Einschätzung bei der Wesentlichkeit auch die Datenerhebung und die sichergestellte Datenqualität eine Kernherausforderung darstellt. Softwarelösungen können hierbei eine zentrale Rolle spielen.
Einen Einblick in die Praxistauglichkeit von aktuell auf dem Markt befindlichen Softwarelösungen zur Treibhausgasbilanzierung stellte Susanna Wohlfahrt, Mittelstand-Digital Zentrum Franken, in einem anschließenden Beitrag dar. Anhand eines kriterienbasierten Vorgehens im Auswahlprozess zeigte sie, wie Unternehmen die passende Softwarelösung in einem unübersichtlichen Markt finden können.
Wie sich die Scope-3-Bilanzierung in der betrieblichen Praxis gestaltet, skizzierten Joscha Reichold von Martin Bauer Holding GmbH und Co. KG und Jakob Uttenthaler, Schaeffler AG, sehr anschaulich. Dabei gab Joscha Reichold spannende Einblicke in die Scope 3.1 Bilanzierung in der Lebensmittelindustrie und verdeutlichte, wie Dekarbonisierung durch Kooperationen mit Partnern in der Lieferkette und der Umsetzung von Maßnahmen vor Ort umgesetzt werden können. Daran anknüpfend stellte Jakob Uttenthaler dar, wie die Ermittlung und Bilanzierung von Emissionen in komplexen Zulieferstrukturen eines Industrie- und Automobilzulieferers aussehen können.
Abschließend wurde resümiert, dass die Scope-3-Bilanzierung in der betrieblichen Praxis für alle Unternehmen eine komplexe Herausforderung darstellt. Der Detailgrad der Daten kann je nach Verfügbarkeit und Qualität Schritt für Schritt erhöht werden und standardisierte Methoden im Unternehmen etabliert werden. Hier kann auch die stärkere Einbindung von Stakeholdern relevant werden. Zunächst sollte der Fokus auf die relevantesten Aspekte (aktuelle und zukünftige „Emissionen-Hotspots“) gelegt und die wichtigsten Hebel zur Reduktion der Emissionen identifiziert werden. Auch eine finanzielle Betrachtung der Treibhausgasbilanzierung ist von Nöten, um zukunftsfähig aufgestellt zu sein. Der Umgang mit der Treibhausgasbilanzierung entscheidet über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Die erforderliche Bilanzierung sollte als Chance genutzt werden, bereits jetzt ehrgeizige Ziele zu setzen und mutige Entscheidungen zu treffen, um das Unternehmen strategisch zukunftsfähig aufzustellen.
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „transform_EMN“ sowie der IHK-AnwenderClubs „Energie | Klima“ und „Umwelt | Nachhaltigkeit“ statt.
Ansprechpartner:
Katharina Boehlke | Dr. Robert Schmidt
Industrie, Rohstoffe, Material- | Ressourceneffizienz
katharina.boehlke(at)nuernberg.ihk.de | robert.schmidt(at)nuernberg.ihk.de
0911 1335 1302 | 0911 1335 1299
Juraleitung (P53) - Info-Zentrum "JULIZ" in Nürnberg-Katzwang eröffnet
Großprojekt für die Energiewende: Die rund 80 Jahre alte Juraleitung soll bis zum Jahr 2031 durch eine neue 380-kV-Leitung ersetzt werden. Der Neubau der rund 170 Kilometer langen Höchstspannungsleitung zwischen den Umspannwerken Raitersaich (Landkreis Fürth) und Altheim (Landkreis Landshut) ist bei vielen Bürgern umstritten. Deshalb hat der Bayreuther Übertragungsnetzbetreiber TenneT vor Kurzem das „Juraleitungs-Informationszentrum“ („JULIZ“) in Nürnberg-Katzwang eröffnet.
Laut TenneT ist der Ausbau der Juraleitung von zentraler Bedeutung für die Versorgungssicherheit und Stabilität des Stromnetzes in Bayern. Der Ersatzneubau erhöhe die Übertragungskapazität, um den wachsenden Strombedarf von Unternehmen und Haushalten in Mittelfranken und Niederbayern zu sichern. Zusätzlich werde die Leitung regional erzeugte, erneuerbare Energien aus dem Netzgebiet der Bayernwerk Netz GmbH und zukünftig der N-Ergie Netz GmbH aufnehmen. Dr. Robert Schmidt, Leiter des Geschäftsbereichs Innovation und Umwelt der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nürnberg für Mittelfranken, betonte in seinen Ausführungen die Dringlichkeit und die Notwendigkeit des Ausbaus der Leitungstrassen für die Stromversorgungssicherheit und für das Gelingen der Energiewende als bedeutender Standortfaktor für die regionale Wirtschaft.
In einer Dauerausstellung wird das „JULIZ“ in den kommenden Jahren rund um die Juraleitung informieren. Haupthemen sind Freileitungs- und Tunnelbau, Schutz der Anwohner sowie Natur- und Umweltschutz. Eigentümern beantworten die Mitarbeiter Fragen rund um die Nutzung von Grundstücken und die damit verbundenen Entschädigungen. Öffnungszeiten: dienstags von 9 bis 13 Uhr und donnerstags von 15 bis 19 Uhr; Führungen nach Anmeldung.
TenneT, Tel. 09122 8792164; ino.kohlmann@tennet.eu www.tennet.eu (Rubrik „unsere Projekte“)
Juraleitung als Ersatzneubau
Das Netzausbauprojekt ist in mehrere Planungsabschnitte unterteilt, für die jeweils eigene Genehmigungsverfahren bei den zuständigen Behörden durchgeführt werden. Die neue Juraleitung wird voraussichtlich 2031 in Betrieb gehen und eine stabile Stromversorgung für die kommenden Jahrzehnte gewährleisten. Nach Inbetriebnahme des Neubaus wird die Bestandsleitung zurück gebaut.
Ansprechpartner:
IHK Nürnberg – Dr. Robert Schmidt
Das Netzwerk der "EnergieMananger (IHK) | European EnergyManager (EUREM)" wächst weiter
Seit über 25 Jahren führt die Nürnberger IHK den Zertifikatslehrgang „EnergieManager (IHK) | European EnergyManager (EUREM)“ durch. Im November 2024 wurde das 26. Training erfolgreich abgeschlossen. Damit steigt die Zahl der Nürnberger Absolventinnen und Absolventen auf über 370. Weltweit wurden bereits über 7.000 European EnergyManager qualifiziert.
Am 27. Februar 2025 startet das 27. EnergieManager Training in Nürnberg. Die Anmeldung ist ab sofort möglich unter EnergieManager Training (IHK) | European EnergyManager | IHK Nürnberg für Mittelfranken.
Weitere Informationen zum EUREM Training und Netzwerk finden Sie in der neu aufgelegten Broschüre: EnergieManager/-in (IHK) European EnergyManager (EUREM) | IHK Nürnberg für Mittelfranken.
IHK-Ansprechpartner:
Dr.-Ing. Robert Schmidt
Stefan Schmidt
Schaeffler AG eröffnet hochmodernes Technologiezentrum in Herzogenaurach
Die Schaeffler AG hat an ihrem Unternehmenssitz in Herzogenaurach ein hochmodernes Technologiezentrum eröffnet. Im Zusammenhang mit dem Bau des Technologiezentrums wurden rund 90 Millionen Euro investiert. Der Bau wurde plangemäß in zwei Jahren und fünf Monaten fertiggestellt. Das Technologiezentrum erstreckt sich auf mehr als 18.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche und vereint Kernkompetenzen in den Bereichen Materialwissenschaft und Werkstofftechnik. Diesen kommt bei der Entwicklung von technologischen Innovationen in E-Mobilität, Batterietechnologie und Wasserstoff eine herausgehobene Bedeutung zu.
Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG, sagt: „Das hochmoderne Technologiezentrum in Herzogenaurach ist ein Bekenntnis unseres Unternehmens zum Standort Deutschland und ein Leuchtturm für höchste Innovationskraft und Entwicklungsexzellenz. Diese Eigenschaften zeichnen Schaeffler seit Jahrzehnten aus. Mit dem neuen Technologiezentrum wollen wir Innovationen in Zukunftsfeldern noch schneller voranbringen. Das ist Teil unserer Mission, die führende Motion Technology Company zu formen.“
Technologischer Meilenstein am Unternehmenssitz
Das neu eröffnete Technologiezentrum bietet Platz für rund 340 Mitarbeitende und umfasst 15 Labore in den Bereichen Mess-, Prüf- und Kalibriertechnik sowie Material-, Chemie-, Beschichtungs- und Nanotechnologien. Im Fokus stehen vor allem Lösungen, die die Energie- und Mobilitätswende ermöglichen. In den Laboren konzentrieren sich die Forschungsaktivitäten auf Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, zum Beispiel innovative Beschichtungen für Solid-State-Batterien oder Schaeffler Wasserstoff-Bipolarplatten. Zudem ermöglicht ein EMV-Labor die Prüfung der elektromagnetischen Verträglichkeit elektronischer Bauteile, etwa der innovativen Schaeffler Leistungselektronik. Diese Tests sind entscheidend für die E-Mobilität, da sie dazu beitragen, Produkte sicherer und widerstandsfähiger gegenüber elektromagnetischen Störeinflüssen zu machen.
Die gesamte Bürofläche wurde nach dem Konzept „New Work“ eingerichtet und schafft eine Arbeitsumgebung, die Kollaboration und interdisziplinäre Teamarbeit fördert. Das Gebäude entspricht den höchsten Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit und wird DGNB Gold zertifiziert. So wird zum Beispiel Abwärme aus der Fertigung zum Beheizen genutzt.
Uwe Wagner, Vorstand Forschung und Entwicklung der Schaeffler AG, sagt: „Innovative Materialien und Werkstoffe sind für nachhaltige Lösungen im Bereich der Bewegungstechnologien von großer Bedeutung, so zum Beispiel in der E-Mobilität, der Robotik oder Windkraft. Das Technologiezentrum in Herzogenaurach wird Maßstäbe setzen und unser weltweites F&E-Netzwerk nachhaltig stärken.“
Das neue Technologiezentrum umfasst mit dem sogenannten „Motion Hub“ auch einen eigenständigen Bereich, um Kunden, Lieferanten und Mitarbeitenden das im Zuge der Übernahme von Vitesco Technologies neu ausgerichtete Produkt- und Leistungsspektrum zu zeigen, das acht Produktfamilien einschließt.
Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen
Bei bestimmten Aussagen in dieser Pressemitteilung handelt es sich um zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind naturgemäß mit einer Reihe von Risiken, Unwägbarkeiten und Annahmen verbunden, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse oder Entwicklungen von den in den zukunftsgerichteten Aussagen angegebenen oder implizierten Ergebnissen oder Entwicklungen in wesentlicher Hinsicht abweichen. Diese Risiken, Unwägbarkeiten und Annahmen können sich nachteilig auf das Ergebnis und die finanziellen Folgen der in diesem Dokument beschriebenen Vorhaben und Entwicklungen auswirken. Es besteht keinerlei Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Entwicklungen oder aus sonstigen Gründen durch öffentliche Bekanntmachung zu aktualisieren oder zu ändern. Die Empfänger dieser Pressemitteilung sollten nicht in unverhältnismäßiger Weise auf zukunftsgerichtete Aussagen vertrauen, die ausschließlich den Stand zum Datum dieser Pressemitteilung widerspiegeln. In dieser Pressemitteilung enthaltene Aussagen über Trends oder Entwicklungen in der Vergangenheit sollten nicht als Aussagen dahingehend betrachtet werden, dass sich diese Trends und Entwicklungen in der Zukunft fortsetzen. Die vorstehend aufgeführten Warnhinweise sind im Zusammenhang mit späteren mündlichen oder schriftlichen zukunftsgerichteten Aussagen von Schaeffler oder in deren Namen handelnden Personen zu betrachten.
Quelle: Schaeffler AG
MAN in Nürnberg: Richtfest für neue Batteriefertigung in Nürnberg
Rund 100 Millionen Euro hat MAN für seine neue Batteriefertigung investiert. Ab April 2025 soll nun die Produktion in Großserie für vollelektrische MAN-Lkw und -Busse starten.
Bei der Umstellung auf Elektromobilität geht es Schlag auf Schlag bei MAN Truck & Bus: Das Unternehmen feiert heute nach einjähriger Bauzeit am Standort Nürnberg Richtfest für das neue Gebäude der Großserien-Fertigung von Batterien für vollelektrische Lkw und Busse. Wenige Wochen nach der Auslieferung des ersten MAN eTrucks an einen Kunden, ist das Richtfest der nächste Höhepunkt für den Münchner Nutzfahrzeughersteller. Bereits ab April 2025 werden in Nürnberg auf 17.000 Quadratmeter Hochvolt-Batterien industriell gefertigt. Dabei entstehen nahezu 350 neue Arbeitsplätze. MAN wird nach eigenen Angaben der erste Nutzfahrzeughersteller sein, der in Deutschland eine eigene Batterieserienproduktion in Betrieb nehmen wird. Das Investitionsvolumen für den Neubau inklusive Investitionen in Logistik, Infrastruktur, Gebäude- und Fertigungsanlagen beträgt rund 100 Millionen Euro.
Zu Gast beim Richtfest waren unter anderem der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder, Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König, MAN Truck & Bus Vorstandsvorsitzender Alexander Vlaskamp sowie der Betriebsratsvorsitzende des MAN-Standorts Nürnberg Markus Wansch.
Großserie ab April
Aktuell werden am Standort Nürnberg bereits Batteriepacks in Kleinserie für die vollelektrischen Fahrzeuge von MAN gefertigt. Mit dem Start der Großserienproduktion wird der Bereich der Kleinserienfertigung schrittweise auf die Entwicklung der nächsten Batteriegeneration sowie auf die Wiederaufbereitung von Batterien umgestellt. In der Großserie werden ab April 2025 die angelieferten Module in Batterielayer eingesetzt. Diese Layer werden aufeinander gestapelt zu dem Batteriepack montiert und anschließend auf Herz und Nieren getestet.
Auf 17.000 Quadratmeter Fläche werden über 50 manuelle sowie automatisierte Montagestationen und sieben Prüfstände für die Qualitätssicherung installiert. Die Installation der ersten Fertigungsanlagen sei bereits angelaufen. Ab April 2025 werden in einer ersten Ausbaustufe bis zu 50.000 Batterien pro Jahr gebaut. Diese Kapazität soll – je nach Entwicklung der Marktlage – bis 2030 auf bis zu 100.000 Hochvolt-Batterien erweitert werden. Mit über 35 Metern Höhe ist der Neubau das höchste Produktionsgebäude am Standort.
Der Freistaat Bayern fördert darüber hinaus die Weiterentwicklung und Forschung zur Batterietechnologie mit rund 30 Millionen Euro. Dadurch wurde unter anderem die Integration innovativer Laserschweißzellen möglich. Das Laserschweißen ist die innovativste, effizienteste und schonendste Fertigungstechnologie im Batterie-Modulbau. Mit einem leistungsstarken 8 kW Scheibenlaser, robotergeführten Optiken und hochfeinen Sensoren werden einzelne Batteriezellen mit höchster Präzision und Qualität elektrisch miteinander verbunden. Gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) München forscht MAN an der Weiterentwicklung dieser Technik, die in einer zukünftigen Batteriegeneration zum Einsatz kommen wird.
Quelle: transport-online
Sonnenstrom vom Nürnberger Versicherungsdach
Energiewende Die Nürnberger kooperiert bei ihrer neuen PV-Anlage mit der N-Ergie.
Die Nürnberberger Versicherung und die N-Ergie haben gemeinsam auf den Dächern der Unternehmens-Zentrale eine Photovoltaikanlage errichtet – es ist in Nürnberg "eine der größten PV-Dachanlagen im Stadtgebiet", so der Energieversorger. Mit einer Leistung von 426 Kilowatt-Peak (kWp) werden jährlich rund 383.000 Kilowattstunden Ökostrom zum direkten Verbrauch vor Ort erzeugt.
Weniger als geplant
Geplant war eine Leistung von 477 kWp und eine Erzeugung von 430.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Dass die PV-Anlage nun kleiner
ausfiel, begründet eine N-Ergie-Sprecherin auf Nachfrage unserer Redaktion mit baulichen Anforderungen der Nürnberger Versicherung: "Aus verbindlichen Brandschutz- und Blitzschutzvorgaben auf dem Gebäudedach konnten wir bei der Realisierung des Projektes einige PV-Module weniger installieren als geplant. Insgesamt wurden 958 PV-Module installiert."
Dem Versicherungsunternehmen liege das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen, sagt Nürnberger-Finanzchef Jürgen Voß: "Wir freuen uns, mit dieser Maßnahme einen Beitrag zum Klimaschutz und zu einer lebenswerten Umwelt zu leisten." Schon seit Jahren setze die Assekuranz an der Unternehmenszentrale auf Ökostrom. "Durch die neue PV-Anlage können wir jetzt zusätzlich sechs Prozent unseres Gesamtbedarfs durch Eigenproduktion abdecken."
Optimale Bedingungen
Maik Render, Vorstandssprecher der N-Ergie, verweist auf die optimalen Gegebenheiten: "Größere Dächer auf gewerblichen Liegenschaften wie hier sind für PV-Anlagen ideal geeignet. Denn es werden ohnehin bebaute Flächen genutzt, und der unmittelbare Stromverbrauch ist garantiert." Das Gemeinschaftsprojekt zeige einmal mehr, worauf es bei der regionalen Energiewende ankommt - "auf starke Partner, die ihre Kräfte bündeln und koordiniert vorangehen, erklärt Render.
Das Pachtmodell der N-Ergie sieht so aus: Der Energieversorger kümmert sich um die Planung, die Finanzierung, den Bau sowie die Wartung der Anlage und verpachtet sie. Das Modell hat sich der N-Ergie zufolge bereits bei über 40 PV-Projekten im Netzgebiet des Versorgers bewährt.
Quelle: Pressemitteilung der Nürnberger Versicherung
"5. HYDROGEN Dialogue 2024 – Summit & Expo" und Vollversammlung des Wasserstoffbündnis Bayern
Am 4. und 5.12.2024 kamen auf dem HYDROGEN DIALOGUE – Summit & Expo in Nürnberg mehr als 1.200 Wasserstoffakteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, darunter auch 17 internationale Delegationen aus 33 Ländern. Auch in der fünften Ausgabe des HYDROGEN DIALOGUE gab es wieder eine Ausstellung in der Messehalle (Expo) und eine Fachkonferenz (Summit) mit hochkarätig besetzten Vorträgen und Paneldiskussionen, die die industriepolitische Chance für die deutsche und europäische Wasserstoffwirtschaft verdeutlichten und Impulse für einen erfolgreichen Hochlauf gaben.
Das H2.B (Zentrum Wasserstoff Bayern) lud zudem zur jährlichen Vollversammlung des „Wasserstoffbündnis Bayern“ ein, der zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der mittlerweile über 370 Bündnispartner beiwohnten. Veranstaltet wurde der HYDROGEN DIALOGUE von der NürnbergMesse GmbH unter der Schirmherrschaft des bayerischen Wirtschaftsministeriums und mit dem H2.B als ideellen Träger. Auch die bayerischen Industrie- und Handelskammern (BIHK) sind Teil des „Wasserstoffbündnisses“ und werden federführend von der IHK Nürnberg für Mittelfranken vertreten.
Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger besuchte am ersten Tag den HYDROGEN DIALOGUE sowie die Vollversammlung des Wasserstoffbündnis. Im Rahmen der Vollversammlung übergab Wirtschaftsminister Aiwanger eine Urkunde zur Fortführung des H2.B an die Vorstände Prof. Grimm und Prof. Wasserscheid sowie H2.B-Geschäftsführer Dr. Fabian Pfaffenberger. Der Ausbau von Netzwerken wie die Fortführung des Zentrums Wasserstoff.Bayern (H2.B) und des Wasserstoffbündnisses sind Teil der neuen bayerischen Wasserstoffstrategie 2.0.
An beiden Konferenztagen beteiligten sich neben Wirtschaftsminister Aiwanger auch der bayerische Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales, Eric Beißwenger, sowie der bayerische Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt an der Veranstaltung. Auf dem Summit brachten die drei Politiker die bayerische Perspektive mit auf die Bühne und diskutierten neben weiteren Wasserstoffexpertinnen und Experten wie Prof. Veronika Grimm (Mitglied des Sachverständigenrates der Bundesregierung, Co-Vorständin H2.B), Prof. Peter Wasserscheid (Co-Vorstand H2.B).
Staatsminister Aiwanger konstatierte: “Eine Dekarbonisierung ohne Deindustrialisierung schaffen wir nur mithilfe einer starken Wasserstoffwirtschaft. Für deren Hochlauf brauchen alle Beteiligten eine klare Perspektive. Planungs- und Finanzierungssicherheit sind entscheidend für Investitionen und Innovationen. Wir haben uns bereits früh zu Wasserstoff bekannt.“
Prof. Veronika Grimm betonte zudem: „Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ist nicht nur klimarelevant, sondern bietet uns die Möglichkeit, Deutschland als Technologieanbieter zu positionieren“.
Über 40 Aussteller zeigten auf der Expo innovative Produkte und technologische Lösungen. Die Ausstellenden deckten die gesamte Wertschöpfung von der Produktion über Speicherung, Transport und bis hin zur Anwendung ab. Auch die bayerischen IHKs waren unter Federführung der IHK Nürnberg für Mittelfranken mit einem Gemeinschaftsstand vor Ort. Die Anlaufstelle für (internationale) Marktteilnehmer und Forschungseinrichtungen auf der Suche nach Kooperationen, Erfahrungs- und Wissensaustausch wurde gut genutzt.
Die Veranstaltungsleiterin des HYDROGEN DIALOGUE Jasmin Rutka resümierte zufrieden: „Die Veranstaltung zeigte auf beeindruckende Weise, dass Ideen, erste Projekte und der Wille für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft da sind. Unsere Plattform hat nun zum fünften Mal die richtigen Menschen zusammengebracht, um diese Entwicklung gemeinsam zu beschleunigen.“
Quelle: H2.B
IHK-Ansprechpartner:
Dr. Robert Schmidt | Katharina Boehlke
Treffen des IHK-AnwenderClub „Wasserstoff | H2“ im Rahmen des HYDROGEN Dialogue
Auch das 9. Treffen des IHK-AnwenderClubs „Wasserstoff | H2“ fand am 4.12., unter Federführung der IHK Nürnberg für Mittelfranken, im Rahmen des Hydrogen Dialogues statt und versammelte etwa 25 Interessierte aus Nordbayern, die sich zu regionalen Technologien und Forschungsprojekte austauschten.
Nach einer Begrüßung durch Jasmin Rutka, Director Hydrogen Dialogue, vermittelte Dr. Pfaffenberger vom H2.B einen Überblick zum aktuellen Stand der Wasserstoffwirtschaft in Bayern. Professor Opferkuch, TH Nürnberg Georg-Simon-Ohm, und Professor Kapischke, Hochschule Ansbach, präsentierten Industrieprojekte und Professor Wilke, Hochschule Würzburg-Schweinfurt, den Studiengang Wasserstofftechnik. Beim Rundgang zu einzelnen Ausstellern stellte das Erlanger Fraunhofer IISB aktuelle Projekte vor. Mitarbeiter aus den Bereichen Forschung und Entwicklung von Schaeffler AG (Herzogenaurach) , MAN Truck & Bus SE (Nürnberg) sowie Albert & Hummel GmbH (Bamberg) präsentierten angewandte Wasserstofftechnologien aus der Metropolregion. Den Abschluss bildete das Gespräch mit Vertretern der Ferngas Netzgesellschaft mbH – mit Sitz im mittelfränkischen Schwaig, die den Umsetzungs- und Planungsstand des Wasserstoffkernnetzes veranschaulichten.
Die Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN) verfügt über umfangreiche Kompetenzen im Bereich der Wasserstoff-Forschung, die genutzt werden soll, um gemeinsam die Zukunft der Energieversorgung zu gestalten. Der IHK-Anwenderclub "Wasserstoff | H2" bietet die Möglichkeit zum fachlichen Austausch und zur regionalen Vernetzung.
Weitere Informationen finden Sie unter: IHK-AnwenderClub Wasserstoff | H2 | IHK Nürnberg für Mittelfranken.
Ansprechpartner:
Dr. Robert Schmidt | Katharina Boehlke
Qualifizierung als "IHK Energie- und Ressourcen-Scouts" - Jetzt Azubis anmelden
Die Qualifizierung richtet sich an kaufmännische oder gewerblich-technische Azubis, die sich bei der IHK zu den Themen Energie- und Ressourceneffizienz sowie Klimaschutz im Betrieb qualifizieren möchten.
Die Azubis durchlaufen Workshops, in denen sie nicht nur theoretisch lernen, wo Effizienzpotenziale in ihren Ausbildungsbetrieben verborgen sind, sondern sie üben auch praktisch und im Team das Erheben und Bewerten von Energiedaten mit verschiedenen Messgeräten.
Mit diesem Know-how gehen sie in ihren Unternehmen auf die Suche nach Stromfressern, ineffizienten Prozessen und Abläufen. Sie entwickeln eigenverantwortlich ein Effizienzprojekt zur Einsparung von Energie und anderen Ressourcen im Ausbildungsbetrieb. Die Scouts können so Effizienzpotenziale heben, sei es beim Stromverbrauch, beim Einsatz von Wasser, Papier oder auch hinsichtlich Abfällen und Ausschuss.
Der nächste Kurs startet am 27.3.2025.
Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie unter: IHK-Energie- und Ressourcen-Scouts | IHK Nürnberg für Mittelfranken
Von der Idee zum Produkt: IHK Nürnberg startet Innovatoren-Training für mehr Innovationskraft
In sechs Modulen, beginnend am 13. Februar 2025, erlernen Sie effektive Strategien zur Stärkung Ihrer Innovationskraft.
Die Bewältigung der Herausforderungen des Wandels in der Automobilindustrie hängt unter anderem entscheidend von der Innovationskraft der Unternehmen ab. Die IHK Nürnberg für Mittelfranken hat in Zusammenarbeit mit Experten und Unternehmensvertretern ein umfassendes „Innovatoren-Training“ entwickelt. Ziel ist es, die methodische Verbesserung des Innovationsmanagements in den Unternehmen zu fördern und damit deren Innovationskraft positiv zu stimulieren.
Teilnehmer des Trainings erlernen wirksame Strategien und systematische Methoden, um aus kreativen Ideen konkrete Entwicklungsprojekte auszuwählen. Darüber hinaus werden sie darin geschult, wie sie diese Projekte erfolgreich auf den Markt bringen können. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Trainings ist die Identifikation und Nutzung der Stärken der beteiligten Personen, um das Innovationsmanagement im Unternehmen nachhaltig zu verbessern.
Zusätzlich zur Schulung wird ein internetbasiertes Online-Benchmarking-Tool namens "IHK-Control Exzellenz in Innovation" bereitgestellt. Dieses Tool ermöglicht es Unternehmen, ihre Innovationsprozesse zu analysieren und mit Best Practices zu vergleichen.
Das Innovatoren-Training richtet sich an Geschäftsführer, Produkt- und Projektmanager sowie Fachkräfte aus den Bereichen Forschung und Entwicklung, Controlling und Personal. Mit diesem Angebot möchte die IHK Nürnberg einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Unternehmen leisten und ihnen helfen, sich erfolgreich im Markt zu positionieren.
Weitere Informationen und Anmeldung.
Ansprechpartnerin:
Dr. rer. nat. Elfriede Eberl
Veranstaltungsübersicht
- BIHK-Webinarreihe: Digitale Barrierefreiheit (14.01. – 04.02.25)
online - BIHK-Webinarreihe: AI Act umsetzen (16.01. – 30.01.25)
online - 3. Treffen des IHK-AWC Digitale Produktion –
Thema: „Digitales Engineering in der Automobilproduktion: Wege zur Effizienzsteigerung“
04.02.2025, IHK Nürnberg für Mittelfranken, 13:30 – 17:15 Uhr - IHK-Zertifikatslehrgang „Innovationsmanager/-in (IHK)“
ab 13.02.2025, IHK Akademie für Mittelfranken, Walter-Braun-Straße 15, 90425 Nürnberg - IHK-Zertifikatslehrgang „EnergieManager/-in Training (IHK) | European EnergyManager“
27.02.2025 bis 27.11.2025, IHK Akademie für Mittelfranken - „International Production Environmental Community (IPEC) 2025“:
Shaping the Future: AI-Driven Innovations for Sustainable Industry in Europe
online, 18.03.2025 - IHK-Energie- und Ressourcen-Scouts - Qualifizierung für Azubis
27.03.2025 bis 10.07.2025, IHK Nürnberg für Mittelfranken - Zukunftswerkstatt Automotive Metropolregion Nürnberg
02.04.2025, Kongresshaus Rosengarten Coburg, 10:00 – 18:00 Uhr - konstituierende Sitzung des IHK-Ausschusses „Industrie | Forschung | Technologie“ – geschlossener Kreis
05.05.2025, IHK Nürnberg für Mittelfrenken
Wissenswertes aus BAYERN
Mehr Zirkularität durch "KReTa 2025" – Save the Date
Zum zweiten Mal finden am 19. und 20. Mai 2025 die Bayerischen Kreislaufwirtschafts- und Ressourceneffizienztage (KReTa) statt. Dieses Mal in Nürnberg. Merken Sie sich den Termin bereits jetzt vor.
Dieses Mal findet die Veranstaltung bei der IHK Nürnberg für Mittelfranken in Nürnberg statt.
Es erwarten Sie wieder spannende Vorträge, ein Ausstellerbereich mit verschiedenen Unternehmen, Institutionen und Forschungseinrichtungen, interessante Sessions zu unterschiedlichen Themen und viel Zeit zum Netzwerken.
Tragen Sie sich bereits heute den Termin in Ihrem Kalender ein und bleiben Sie unter www.rez.bayern.de/kreta auf dem Laufenden.
REZ | 0821 9071-5276 | rez@lfu.bayern.de
Ansprechpartner: Barbara Dennerlein
Bayern vereinfacht Regelung zu Ausgleichsflächen für Freiflächen-Photovoltaik
Die Bayerische Staatsregierung vereinfacht die Regelung zu Ausgleichsflächen bei PV-Freiflächenanlagen. Ab sofort werden PV-Freiflächenanlagen ohne zusätzlichen Ausgleichbedarf zum Regelfall. Damit wird ein politischer Auftrag des Bayerischen Landtags umgesetzt. Bisher mussten durch Freiflächenanlagen verursachte Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes im Regelfall durch ökologische Ausgleichsmaßnahmen auf einer Fläche außerhalb der Anlagen kompensiert werden. Die entsprechende bauplanungsrechtliche Eingriffsregelung wurde nun geändert und veröffentlicht.
Für zwei Falltypen wird fortan eine vereinfachte Vorgehensweise zur Ermittlung des Ausgleichsbedarfs angewandt: Im ersten Falltyp entfällt der Ausgleichsbedarf vollständig, im zweiten Falltyp liegt der Ausgleichsbedarf bei 10 Prozent. Dabei soll der Ausgleich zwischen den Modulreihen oder direkt angrenzend erbracht werden. Bei den übrigen Anlagenkonstellationen bekommen Projektierer die Möglichkeit, durch ökologische Gestaltungs- und Pflegemaßnahmen den Ausgleichsbedarf teilweise oder vollständig zu reduzieren.
Energie- und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Der Ausbau der Photovoltaik ist entscheidend für das Gelingen der bayerischen Energiewende. Die neue Regelung zu den Ausgleichsflächen stärkt den naturverträglichen und flächeneffizienten Ausbau von PV-Freiflächenanlagen. Sie führen zu einer geringeren Flächennutzung und ermöglichen damit niedrigere Projektkosten. Dadurch steigern wir gleichzeitig auch die Akzeptanz für den PV-Ausbau in der Bevölkerung."
Bauminister Christian Bernreiter: Mit den Empfehlungen setzen wir ein klares Signal zur Vereinfachung und Beschleunigung der Verfahren bei Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Die Einführung eines pauschalisierten Vorgehens bei den Ausgleichsflächen ermöglicht eine praktische und rechtssichere Anwendung und beinhaltet zudem umfangreiche Erleichterungen gegenüber dem Status quo.
Die Neuregelung finden Sie im Energieatlas Bayern.
Quelle: Pressemitteilung des StMWi
IHK-Energiewende-Barometer 2024 für Deutschland und Bayern
Hohe Energiepreise und Unsicherheit bei der Versorgung stellen für deutsche Unternehmen zunehmend ein Hindernis für Produktion und Investitionen dar. Laut dem IHK-Energiewende-Barometer 2024, das die Meinung von rund 3.300 Unternehmen erfasst, verfestigt sich vor allem der Abwanderungstrend bei den Industrieunternehmen. Aktuell erwägen rund 40 % der Industriebetriebe, ihre Produktion aufgrund der Energiesituation in Deutschland einzuschränken oder ins Ausland zu verlagern. Bei größeren Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern betrifft dies sogar über die Hälfte.
Barometer-Wert: Das Negative überwiegt
Die zentrale Frage des Energiewende-Barometers ist: “Wie beurteilen Sie die Auswirkungen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens?” Auf einer Skala von minus 100 für „sehr negativ“ bis plus 100 für „sehr positiv“ ergibt sich aktuell über alle Branchen hinweg ein Wert von minus 20. Das ist der zweitschlechteste Wert in der Geschichte des Energiewendebarometers. Nur im Vorjahr lag der Wert mit minus 27 noch niedriger. In den ersten zehn Jahren seit Erhebung des IHK-Energiewende-Barometers im Jahr 2012 hatte sich der Stimmungswert immer in der Bandbreite zwischen plus 1 und minus 13 bewegt.
Industrie sieht Wettbewerbsfähigkeit gefährdet
Die Zahl der Industriebetriebe, die Produktionseinschränkungen oder eine Abwanderung ins Ausland erwägen, steigt kontinuierlich – von 21 Prozent im Jahr 2022 über 32 Prozent 2023 auf jetzt 37 Prozent. Die hohen Energiepreise beeinträchtigen auch die Investitionstätigkeiten der Betriebe und damit deren Innovationsfähigkeit. So geben mehr als ein Drittel der Industriebetriebe an, wegen der hohen Energiepreise aktuell weniger in betriebliche Kernprozesse investieren zu können. Insgesamt sehen zwei Drittel der Industriebetriebe ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr
Erwartungen an die Politik
Die Unternehmen erwarten von der Politik ein deutliches Umdenken in der Energiepolitik, hin zu einer verlässlichen Perspektive mit weniger Detailsteuerung. So wird beispielsweise die Verbesserung bei Eigenversorgung und Direktlieferverträgen nicht nur für die Industrie, sondern für alle Unternehmen immer wichtiger. Beim Thema Verlässlichkeit bzw. Versorgungssicherheit sind für vier von fünf Unternehmen Engpässe bei Übertragungs- und Verteilnetzen ein zunehmendes Problem für eine stabile Energieversorgung. Immer wichtiger wird für die Betriebe auch der verlässliche Zugang zu Wasserstoff.
Auswertung für Bayern
Um den Krisen der vergangenen Jahre zu trotzen und auf die ständigen und raschen Veränderungen bei Kosten, Versorgungslage und politischen Vorgaben zu reagieren, entwickeln die Unternehmen am Standort Bayern laufend neue Lösungen und flexible Strategien. Jedoch weicht das beherzte Anpacken immer mehr einer Ernüchterung. Hohe Preise und fehlende Planbarkeit Energieversorgung sind für die Unternehmen am Standort Bayern mehr denn je ein Produktions- und Investitionshemmnis.
Als Investitionsbremse sind vor allem die weiterhin sehr hohen Energiepreise zu nennen. Die hohen Preise führen dazu, das Investitionen in Kernprozesse, Klimaschutz und Innovationen zurückgestellt werden. Auch beim CO2-Management gibt es viele Baustellen. Zu viel Bürokratie, viel zu lange Planungs- und Genehmigungsverfahren, die fehlende Planbarkeit und Informationen sowie Verlässlichkeit werden als größte Hindernisse beim betrieblichen Klimaschutz genannt.
Bei einem Gesamtblick zeigt sich, dass immer mehr Betriebe erwägen, ihre Produktion am Standort Deutschland wegen der Energiesituation einzuschränken oder ins Ausland zu verlagern. In Bayern sagt bei der diesjährigen Umfrage sogar fast jedes fünfte Unternehmen, dass es derartige Pläne hat oder schon umgesetzt sind. Jetzt ist politisches Handeln gefragt, um zukünftig Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit bei grüner Energie zu gewährleisten.
Die Auswertung für Bayern finden Sie hier (PDF, nicht barrierefrei, 1 MB).
IHK-Ansprechpartner:
Dr.-Ing. Robert Schmidt
Dr. Ronald Künneth
Ressourceneffizienz: Bayerische Recyclingbaustoff-Allianz gegründet
Die Bayerische Staatsregierung hat am 21. Oktober gemeinsam mit über 20 Akteuren aus der bayerischen Bauwirtschaft im IHK-Stammhaus in München die Bayerische Recyclingbaustoff-Allianz gegründet. Die bayerischen IHKs sind Teil dieser Allianz. Sie ist zentraler Bestandteil des Maßnahmenpakets "Mission RC20/25 – Bayern baut auf Umweltschutz!".
Den Initiatoren - Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler Bayern) und Bauminister Christian Bernreiter (CSU) - geht es darum, das Potenzial für den Klimaschutz und die Biodiversität im Bausektor zu heben und einen verantwortlichen Umgang mit Ressourcen zu erzielen. Wichtig für die Recycler sekundärer Baustoffe ist die Akzeptanzsteigerung auf dem Markt und ein gleichwertiger, verstärkter Einsatz gegenüber Primärmaterialien. Diese Punkte stehen im Fokus, wofür in der Allianz Lösungen erarbeitet werden sollen. Die bayerischen IHK`s unterstützen die Ziele zur Stärkung von Recyclingbaustoffen und setzt sich für ihre Förderung ein. Zudem dient die Allianz als Plattform für den Austausch und die Vernetzung aller relevanten Akteure im Bausektor, darunter Wirtschaftsverbände und Kammern, Verwaltungsorganisationen sowie Forschungseinrichtungen.
Weitere Informationen finden Sie unter: Bayerische Recyclingbaustoff-Allianz gegründet | Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Quelle: StMUV
IHK-Ansprechpartner:
Dr. Robert Schmidt | Katharina Boehlke
Ideen für den nachhaltigen Einsatz von Bauteilen und Recyclingmaterialien im Bausektor ausgezeichnet
Die bayerischen Staatsminister Thorsten Glauber (StMUV) und Christian Bernreiter (StMB) haben im Rahmen des Bayerischen Ideenwettbewerbs zur Mission RC20/25 in einem feierlichen Festakt vier Unternehmen ausgezeichnet.
Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) schrieb 2024 in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) und dem Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) im Bayerischen Landesamt für Umwelt im Rahmen der Mission RC20/25 erstmals einen Ideenwettbewerb für den nachhaltigen Einsatz von Bauteilen und Recyclingmaterialien im Bausektor aus.
Am 21.10.2024 wurden vier Unternehmen von den Bayerischen Staatsministern Thorsten Glauber (StMUV) und Christian Bernreiter (StMB) ausgezeichnet. Die Prämierungsfeier fand beim Kooperationspartner des REZ, der IHK für München und Oberbayern, statt.
Die prämierten Ideen fördern Ressourceneffizienz und tragen zu mehr Kreislaufwirtschaft im Bausektor bei. Sowohl umgesetzte Projekte als auch laufende Projekte oder umsetzbare Ideen konnten eingereicht werden. Es gab keine Einschränkung auf mineralische Baustoffe. Die Beurteilung der Umsetzbarkeit sowie die Auswahl der Prämierten oblag einer Jury aus Expertinnen und Experten.
Die Gewinner sind:
- Bayerische Asphaltmischwerke GmbH & Co. Kommanditgesellschaft für Straßenbaustoffe
- DR. SCHÜTZ INGENIEURE - Beratende Ingenieure im Bauwesen PartG mbB
- EIGNER Bauunternehmung GmbH
- PST Spezialtiefbau Süd GmbH
Weitere Informationen finden Sie unter BAYERISCHER IDEENWETTBEWERB FÜR DEN NACHHALTIGEN EINSATZ VON BAUTEILEN UND RECYCLINGMATERIALIEN IM BAUSEKTOR - REZ
Quelle: Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern
Windenergie in Bayern - Zahl der Anträge und Genehmigungen für Anlagen deutlich gestiegen
Die Zahl der Anträge auf Windkraftanlagen hat sich in diesem Jahr auf 180 verdreifacht. 72 Genehmigungen wurden erteilt - viermal so viel wie im vergangenen Jahr.
In Bayern setzt sich der positive Trend bei der Windkraft fort. Im laufenden Jahr wurden bis Ende Oktober bereits Genehmigungsanträge für 180 Windräder gestellt. 72 Windenergieanlagen (WEA) sind bereits genehmigt worden. 2023 wurden 64 Genehmigungsanträge gestellt und 17 WEA genehmigt.
Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger: „Der bedarfsgerechte Ausbau von Erneuerbaren Energien ist wichtig für unsere künftige Energieversorgung. Bei der Windenergie hatten wir noch Nachholbedarf. Die Trendumkehr haben wir aber durch die Öffnung der 10h-Regel erfolgreich gemeistert. Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich die Zahl der Anträge für Windräder verdreifacht und die Genehmigungszahl sogar vervierfacht. Allen Kritikern zum Trotz können wir klar sehen, dass Windenergie in Bayern auf dem Vormarsch ist. In den kommenden Jahren können wir mit einem dynamischen Zubau von Windenergieanlagen rechnen. Das geht aber nicht auf Fingerschnippen, sondern dauert eben vom Planungsbeginn bis zur Realisierung etwa drei bis sechs Jahre. Damit sind wir sogar schneller als andere Bundesländer. Diese haben aber nunmal vor vielen Jahren Anträge für Windräder auf den Weg gebracht, als in Bayern nichts passiert ist. Das muss man auch den Dauerkritikern sagen, die aktuell ständig unlautere Stimmung machen und die Zahl der Inbetriebnahmen zwischen Norddeutschland und Bayern vergleichen. Wenn Planung, Genehmigung und Bau mindestens 3 Jahre dauern, dann kann ich eben heuer noch keine Windräder in Betrieb nehmen, deren Planung Anfang 2023 begonnen hat.“
Bayerische Windkümmerer betreuen zudem in allen Regierungsbezirken Kommunen, in denen Initiativen für den Bau von 700 weiteren Windenergieanlagen gestartet wurden. „Die Unterstützung durch unser Windkümmerer-Programm wirkt. Unser Ziel, bis zum Jahr 2030 etwa 1.000 neue Windräder auf den Weg zu bringen, ist in greifbare Nähe gerückt", erklärt der Minister.
Besonders erfreulich sei laut Aiwanger, dass sich dieser positive Trend nun auch in erteilten Zuschlägen in den EEG-Ausschreibungen widerspiegelt. Bei der Ausschreibung vom 1. November 2024 erhielten 15 bayerische Projekte für 37 Windenergieanlagen mit 244 Megawatt installierter Leistung einen Zuschlag. Im Vergleich zum vorherigen Gebotstermin wurde mehr als eine Verdopplung der bezuschlagten Windleistung erreicht. Insgesamt sind in Bayern 84 Anlagen mit rund 512 Megawatt bereits bezuschlagt und befinden sich damit auf der Zielgeraden.
Quelle: Pressemitteilung des StMWi
Einheitliche Strompreiszone muss bleiben!
Zu einem Austausch zu Fragen der Energiewende haben sich die Spitzen der bayerischen Industrie- und Handelskammern mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger getroffen. Bei der Unterredung im „Haus der Wirtschaft“ der IHK Nürnberg für Mittelfranken erneuerten die IHKs ihre Forderung nach dem Erhalt der einheitlichen Strompreiszone in Deutschland.
„Eine Teilung der deutschen Strompreiszone würde für die bayerische Wirtschaft höhere Kosten bedeuten und die Standortbedingungen insbesondere für die Industrie weiter verschlechtern“, sagte Dr. Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK). Das würde die deutsche Wirtschaft insgesamt schwächen. Auch angesichts der zunehmenden Krisensignale wäre die Teilung „ein kolossales Eigentor für den Standort“. Das EU-Prüfverfahren zur Anpassung der Strompreiszonen sei aus Sicht der Wirtschaft methodisch fragwürdig, da dabei der laufende, massive Netzausbau in Deutschland nicht ausreichend berücksichtigt werde. Dem stimmte Staatsminister Hubert Aiwanger zu: „Eine Debatte über verschiedene Strompreiszonen verunsichert unsere Unternehmen und führt zu einem Investitionsstopp. Die Wirtschaft ist ohnehin schon genervt von dem Hin und Her der Politik. Wir brauchen Erleichterungen für unsere bayerischen Unternehmen.“
Dass viele bayerische Unternehmen die Art und Weise der Energiewende kritisch sehen, sei auch dem aktuellen „BIHK-Energiewende-Barometer“ zu entnehmen, so Gößl. Ein beträchtlicher Teil der bayerischen Wirtschaft sehe in der Energiepolitik sogar ein Standortrisiko. Die hohen Energiepreise sowie die fehlende Planbarkeit und Verlässlichkeit der Energiepolitik belasteten Produktion und Investitionen. Auch die überbordende Bürokratie und die zu langsamen Planungs- und Genehmigungsverfahren werden in der BIHK-Umfrage kritisiert, die seit 2013 jährlich durchgeführt wird und an der diesmal rund 500 Unternehmen teilgenommen hatten. Demnach rechnet fast die Hälfte aller Unternehmen im Freistaat (46 Prozent) mit negativen oder stark negativen Auswirkungen der Energiewende auf ihre Geschäfte, in der Industrie sind es mehr als 54 Prozent.
IHKs als Partner der Energiewende
Bei dem Treffen in Nürnberg ernannte Aiwanger die bayerischen Industrie- und Handelskammern zu „Unterstützern im Team Energiewende Bayern“. Er würdigte die bayerischen IHKs als Förderer bei der langfristigen Umstellung der Energieversorgung der bayerischen Wirtschaft. Die IHKs seien eine wichtige Brücke zwischen Politik und Wirtschaft, um tragfähige Lösungen zu entwickeln und in der Praxis umzusetzen. Der Wirtschaftsminister wies auf die zahlreichen Aktivitäten und Projekte der bayerischen IHKs bei Themen wie Energieeffizienz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit hin. Die Initiative „Team Energiewende Bayern“ wurde im Jahr 2020 vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gegründet, um die Energiewende hin zur Klimaneutralität zu fördern.
Quelle: IHK-Magazin WiM
Wissenswertes aus DEUTSCHLAND
Einwegkunststofffondsgesetz: Registrierung bis 31.12.2024 erforderlich
Gemäß den Vorgaben des Einwegkunststofffondsgesetzes (EWKFondsG) sollen die Hersteller von bestimmten Einwegkunststoffprodukten - wie To-go-Verpackungen, Getränkebechern, Feuchttüchern und auch anderen Produkten, die in kleinen Mengen zum direkten Verzehr abgepackt werden - die Kosten für die Entsorgung dieser Abfälle im öffentlichen Raum übernehmen. Zu diesem Zweck sollen Hersteller Zahlungen an den Einwegkunststofffonds leisten, welche anschließend genutzt werden, um Anspruchsberechtigten Mittel als Kostenerstattung für deren erbrachte Leistungen zukommen zu lassen. Die Verwaltung und Abwicklung des Einwegkunststofffonds erfolgt über die digitale Plattform DIVID des Umweltbundesamtes. Bereits am Markt tätige Hersteller haben bis zum 31. Dezember 2024 Zeit, sich zu registrieren.
Am 19.12.24 findet eine Informationsveranstaltung von DIVID speziell für Hersteller statt. Bei Interesse ist die Anmeldung über ewkf(at)uba.de möglich. DIVID wird dort zum Herstellerbegriff sowie zu den betroffenen Einwegkunststoffprodukten und Produktarten informieren. Den Zugangslink erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail.
Weitere Informationen finden Sie unter:
Einwegkunststoff-Fonds-Gesetz: Jetzt registrieren! | IHK Nürnberg für Mittelfranken sowie direkt auf der digitalen Plattform DIVID
Unternehmen droht Vertriebsverbot
Bis zum 31.12. Recyclingverträge schließen.
Unternehmen, die ihre Waren in Verpackungen vertreiben, sind gesetzlich verpflichtet, bis spätestens zum 31. Dezember einen Systembeteiligungsvertrag für 2025 abzuschließen und ihre geplanten Verpackungsmengen bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) zu melden. Ansonsten gilt ein Vertriebsverbot ihrer Waren, es drohen Bußgelder und ein Eintrag ins Gewerbezentralregister. Die ZSVR macht deutlich: Säumige Unternehmen gefährden nicht nur ihre Geschäftsgrundlage, sondern das gesamte Verpackungsrecycling.
Energie-Infrastruktur: Rückschlag beim Wasserstoff behindert Industrie erheblich
Der Start der geplanten Wasserstoff-Pipeline von Dänemark nach Deutschland wird sich wohl um mindestens drei Jahre verschieben. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) fordert nun schnelles und entschlossenes Handeln, um die Industrie anderweitig zu versorgen.
Weil noch umfangreiche Umwelt- und Sicherheitsstudien erforderlich sind, verzögert sich nach Mitteilung des Klima- und Energieministeriums in Kopenhagen der im Frühjahr 2023 vereinbarte und für 2028 vorgesehene Bau der dänisch-deutschen Wasserstoffleitung bis 2031. Das gelte für den grenzüberschreitenden Teil; die gesamte Pipeline werde frühestens 2033 fertiggestellt, berichtet der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks.
Diese Nachricht sei "der zweite Rückschlag für Unternehmen, die dringend auf Wasserstoff für ihre betriebliche Klimaneutralität angewiesen sind", sagt Dercks und erinnert daran, dass bereits Ende September das gemeinsame Projekt zur Herstellung von grünem und kohlenstoffarmem Wasserstoff (H2) in Norwegen und dessen Export nach Deutschland gestoppt wurde.
Zentraler Baustein für die Transformation
"Wasserstoff ist ein zentraler Baustein für die Transformation der Industrie, insbesondere in Bereichen, die bislang nur schwer ohne fossile Energieträger auskommen, wie beispielswiese die Stahl-, Glas- und Chemieindustrie", skizziert der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer die Tragweite der Entwicklung. "Deutschland wird nicht in der Lage sein, seinen Wasserstoffbedarf allein zu decken, und ist daher auf Importe angewiesen."
Norwegen und Dänemark seien "sehr zuverlässige Energiepartner" und könnten auch aufgrund ihrer geografischen Nähe eine wesentliche Rolle für die Versorgungssicherheit Deutschlands spielen. "Die Unterbrechung oder Verzögerung solcher Projekte behindert die deutsche Industrie erheblich und gefährdet nicht nur das Erreichen der nationalen Klimaziele, sondern auch die Defossilisierung der Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland", warnt Dercks. "Gleichzeitig werden somit Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern verlängert."
Außerdem würden die H2-Importe in die EU "durch eine geplante strenge Definition von kohlenstoffarmem Wasserstoff und daraus hergestellten Brennstoffen gefährdet", gibt er zu bedenken. "Dies würde den Importprozess erheblich erschweren und somit die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Ländern wie den USA, China, Japan oder Südkorea beeinträchtigen."
Höchste Priorität für Partnerschaften und Infrastrukturen
Die DIHK plädiere dafür, dem Ausbau von Partnerschaften mit internationalen H2-Produzenten und dem Aufbau entsprechender Infrastrukturen "höchste Priorität einzuräumen", so Dercks' Appell. "Nur durch schnelles und entschlossenes Handeln beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft kann der Wirtschaftsstandort Deutschland für viele Branchen attraktiv bleiben."
Quelle: DIHK – Louise Maizières
Bundesnetzagentur genehmigt Wasserstoff-Kernnetz
Die Bundesnetzagentur hat das von den Fernleitungsnetzbetreibern vorgeschlagene Wasserstoff-Kernnetz genehmigt. Insgesamt enthält das Netz 9.040 Kilometer an Leitungen, welche sukzessiv bis 2032 in Betrieb gehen sollen. Davon werden rund 60 Prozent von Gas auf Wasserstoff umgestellt und 40 Prozent neu gebaut. Die erwarteten Investitionskosten betragen 18,9 Milliarden Euro.
"Mit dem genehmigten Wasserstoff-Kernnetz können die Netzbetreiber nun schrittweise die Infrastruktur für Wasserstoff aufbauen und betreiben. Erste Leitungen werden ab dem nächsten Jahr umgestellt. Alle Beteiligten haben seit mehr als anderthalb Jahren intensiv am Prozess und den Planungen gearbeitet und konstruktiv die nicht immer einfachen Diskussionen geführt, vielen Dank dafür", so Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.
Das Wasserstoff-Kernnetz ist der erste Schritt für den Aufbau eines deutschlandweiten Wasserstoffnetzes. Das Wasserstoff-Kernnetz verbindet deutschlandweit die künftigen Wasserstoffcluster miteinander. In diesen bündeln sich regionale und lokale Wasserstoffprojekte, wie zum Beispiel in Industrie- oder Gewerbeparks. Das Wasserstoff-Kernnetz berücksichtigt auch die Verbindung mit den Nachbarstaaten. Die Bundesnetzagentur genehmigte den Antrag mit kleineren Anpassungen. So wurden nur Leitungen genehmigt, die für die Transportaufgabe des Wasserstoff-Kernnetzes notwendig sind.
Weg zum Wasserstoff-Kernnetz
Bereits in den letzten beiden Netzentwicklungsplänen Gas 2020 und 2022 führten die Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) Marktabfragen für Wasserstofferzeugung und -bedarf durch. Ebenfalls wurden Leitungen zur Umstellung von Erdgas auf Wasserstoff identifiziert. Die Fernleitungsnetzbetreiber entwickelten anschließend eine eigene, noch unverbindliche Wasserstoffmodellierung im Netzentwicklungsplan Gas. Dieser wies auch erste Wasserstoffcluster in Deutschland aus.
Für den Aufbau und die Inbetriebnahme des Netzes war mehr Verbindlichkeit auf der Produzenten- und Nachfrageseite sowie der Bau von Leitungen notwendig. Aus diesem Grund beschloss die Bundesregierung im Frühjahr 2023 die Errichtung eines Wasserstoff-Kernnetzes. Ziel sollte sein, deutschlandweit die wesentlichen Wasserstoffproduktions-, Import- und Verbrauchspunkte zu verbinden.
Parallel zum Gesetzgebungsverfahren für die rechtliche Grundlage veröffentlichten die Gas- Fernleitungsnetzbetreiber im Juli 2023 ihren Planungstand. Dieser wurde gemeinsam von den FNB und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz konsultiert. In diesem Rahmen wurden auch die Kriterien zur Festlegung des Szenarios für das Wasserstoff-Kernnetz veröffentlicht. Zudem konnten zum Beispiel Betreiber von Gasverteilernetzen mögliche Leitungsstrukturen einbringen.
Im November 2023 wurde der Antragsentwurf für das Wasserstoff-Kernnetz von den FNB bei der Bundesnetzagentur eingereicht, welchen die Bundesnetzagentur konsultierte und prüfte. Die FNB nutzten die Ergebnisse der Konsultation und Vorabprüfung für eine Überarbeitung des Antrags. In wenigen Regionen wurden einzelne Leitungen hinzugefügt, sowie vereinzelt Leitungen herausgenommen. Der Antrag wurde am 22.07.2024 fristgerecht von den Fernleitungsnetzbetreibern bei der Bundesnetzagentur eingereicht.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Bundesnetzagentur unter: www.bundesnetzagentur.de/wasserstoff-kernnetz.
Integrierte Netzentwicklungsplanung Gas und Wasserstoff
Die Weiterentwicklung der Infrastruktur erfolgt im Rahmen der sich regelmäßig wiederholenden Netzentwicklungsplanung Gas und Wasserstoff. Bei der gleichzeitigen Konsultation der Szenariorahmen Gas/Wasserstoff und Strom konnten mögliche Entwicklungen in einem gemeinsamen Kontext betrachtet werden. Nachdem der Szenariorahmen Gas/Wasserstoff durch die Bundesnetzagentur bestätigt wird, passen die die Fernleitungsnetzbetreiber und zukünftigen Wasserstofftransportnetzbetreiber das Wasserstoffnetz an zukünftige Herausforderungen an.
Quelle: Bundesnetzagentur
DIHK-Präsident Adrian "Wir brauchen eine´Wirtschaft First`-Agenda"
Vorgaben, Infrastruktur, Steuern: Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), appelliert an die Politik, den Unternehmen mithilfe dieser Ansatzpunkte Unterstützung beim Weg aus der aktuell höchst schwierigen wirtschaftlichen Lage zu signalisieren.
"Die Wachstumsinitiative der Bundesregierung enthält eine ganze Reihe von sehr sinnvollen und längst überfälligen Maßnahmen", sagte Adrian der "Rheinischen Post". Das reiche aber bei Weitem nicht aus, um Deutschland wirtschaftlich wieder richtig voranzubringen.
"Wir erleben gerade Verlagerungen ins Ausland, weniger Industrieproduktion im Inland, Geschäftsaufgaben und steigende Insolvenzzahlen", skizzierte der DIHK-Präsident die Lage. "Außerdem ein sinkendes Interesse an der Gründung oder Übernahme von Unternehmen. Lauter können Weckrufe kaum sein."
Er erinnerte daran, dass es zwei Jahre in Folge mit sinkendem Bruttoinlandsprodukt nur einmal in der deutschen Nachkriegsgeschichte gegeben habe – vor mehr als 20 Jahren. "Die damalige Bundesregierung hatte deshalb die Agenda 2010 aufgesetzt", so Adrian. "Mit einem ähnlichen Anspruch muss die Politik jetzt noch mal ran – 'Wirtschaft First' muss das Motto lauten. Denn eine gut laufende Wirtschaft ist zwar nicht alles, aber ohne sie können wir die vielen Veränderungen in unserem Land nicht schultern."
Runter mit Bürokratie und Strompreisen
Die Bundesregierung spare in ihrer Wachstumsinitiative bislang einen zentralen Aspekt der aktuellen Krise aus: die Sicherheit und die Kosten der Energieversorgung, kritisierte der DIHK-Präsident: "Allein für Strom zahlen deutsche Mittelständler inklusive Steuern, Netzentgelten und Umlagen viermal so viel wie ihre Wettbewerber in anderen Industrieländern. Und auch wenn es viele nicht mehr hören wollen, beim Thema Bürokratie kann es auf absehbare Zeit nur eine Richtung geben: Runter, runter, runter!"
Sein Vorschlag: drei spürbare Sofortsignale, mit denen die Politik hierfür ein Zeichen setzen könnte:
- Abbau von Belastungen – vor allem in der Energiepolitik:
Die Vorgaben des EU Green Deal müssen drastisch reduziert werden. Das Energieeffizienzgesetz und das Gebäudeenergiegesetz dürfen in der bisherigen Form nicht weiterbestehen. Anreize für technologische Innovationen statt Detailregelungen sind der richtige Weg. Umfangreiche Nachhaltigkeitsberichtspflichten und bürokratische Belastungen an den EU-Außengrenzen helfen dem Klima nicht – Hauptziel muss ein internationaler Klimaclub gemeinsam mit den anderen großen Wirtschaftsregionen sein. - Erleichterungen bei Infrastruktur:
Bund und Länder müssen ihren Pakt für Beschleunigung von Genehmigungsverfahren endlich kurzfristig komplett umsetzen. Die längst überfällige Reform des Vergaberechts muss vor allem Infrastrukturleistungen drastisch vereinfachen – statt neue Vorgaben bei öffentlichen Aufträgen zu machen. - Unternehmenssteuerreform jetzt:
Wir brauchen starke wie einfache Anreize für mehr Investitionen. Eine investitionsfreundliche Unternehmenssteuerreform mit einfachen Regeln ist überfällig, um den Nachteil deutscher Unternehmen im internationalen Wettbewerb endlich zu reduzieren. Erste schnelle Entlastungsschritte kann der Bund alleine beschließen: die komplette Abschaffung des Soli, den aktuell vor allem die Wirtschaft noch finanziert, und die Übernahme der Netzentgelte, die auf dem Strompreis liegen, durch den Klima- und Technologiefonds (KTF).
Ohne Wirtschaft ist vieles nichts
"Unternehmerinnen und Unternehmer brauchen schnelle Verbesserungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die auch wirklich in den Betrieben ankommen", fasst Adrian zusammen. "Die Politik muss die Wirtschaft wieder ganz oben auf die Prioritätenliste setzen. Egal ob Regierung oder Opposition, Bundestag oder Bundesrat, EU-Kommission oder Europaparlament. Denn ohne Wirtschaft ist auch vieles andere nichts. Ohne Wachstum und Wohlstand erreichen wir weder Klimaneutralität noch eine gute Infrastruktur. Auch können wir mit wirtschaftlicher Stagnation unsere Bildungspolitik und Sozialleistungen nicht finanzieren."
Die Betriebe sähen sich in den vergangenen Jahren immer weiteren Auflagen, Regulierungen und Kosten gegenüber, warnte der DIHK-Präsident. "Das alles hat die Spielräume für Kreativität und unternehmerisches Engagement immer weiter verengt. Wir alle werden uns in den kommenden Jahren mehr anstrengen und mehr arbeiten müssen, um auf einen positiven Pfad für unser Land zu kommen."
Adrian: "Als Wirtschaft stehen wir zu unserer Verantwortung. Wir werden uns mit unseren Belegschaften dafür einsetzen, unserem Wirtschaftsstandort wieder zu neuer Stärke zu verhelfen. Dafür aber brauchen wir Rückenwind aus der Politik statt Gegenwind."
Quelle: DIHK – Dr. Rainer Kambeck
Solarpaket erleichtert Unternehmen den Einstieg in Photovoltaik
Mit dem neuen Solarpaket I hat die Bundesregierung entscheidende Weichen für die Beschleunigung des Ausbaus von Photovoltaik und Bürokratieabbau gestellt.
Von dem Solarpaket I, das als "Gesetz zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und weiterer energiewirtschaftsrechtlicher Vorschriften zur Steigerung des Ausbaus photovoltaischer Energieerzeugung" (hier im Bundesgesetzblatt) Mitte Mai 2024 in Kraft getreten ist, profitieren besonders Unternehmen, denn Förderungen werden attraktiver gestaltet und bürokratische Prozesse vereinfacht.
Eine der wichtigsten Änderungen bringt Erleichterungen für größere betriebliche Photovoltaik- (PV-) Anlagen: Unternehmen mit Solaranlagen über 100 Kilowatt Leistung müssen nicht länger zwingend an der Direktvermarktung teilnehmen. Dadurch entfällt der bisherige Verwaltungsaufwand; überschüssiger Strom kann nun direkt und ohne Vermarktungskosten an Netzbetreiber weitergegeben werden. Zwar erhalten die Betriebe hierfür keine Einspeisevergütung, doch unter dem Strich profitieren vor allem Unternehmen mit hohem Eigenverbrauch, da sie an Flexibilität und Wirtschaftlichkeit gewinnen.
Zudem wurden die Einspeisevergütungen für gewerbliche Dachanlagen von 40 bis 750 Kilowatt um 1,5 Cent pro Kilowattstunde angehoben, was die Investition in Solaranlagen zusätzlich attraktiver macht.
Diese und weitere Veränderungen zeigt der neue Erklärfilm der DIHK zum Solarpaket I auf. Darin sind die zentralen Änderungen für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft im Rahmen des Solarpaketes kompakt zusammengefasst.
Quelle: DIHK – Dr. Niclas Wenz
Stromversorgung lässt sich marktwirtschaftlich sichern
Unternehmen müssen sich auf die Stromversorgung verlassen können. Während die Bundesregierung dies eher über teure Förderprogramme für Kraftwerke sicherstellen möchte, kommt eine aktuelle Studie zu dem Ergebnis, dass eine Weiterentwicklung des Strommarktes der bessere Weg wäre.
Die Bundesregierung will Eckpunkte für einen "Kapazitätsmechanismus" beschließen, also für ein Instrument, das die Stromversorgung auch beim weiteren Ausbau witterungsabhängiger erneuerbarer Energien zu jeder Zeit sicherstellen kann. Ab 2028 soll dieser neue Mechanismus in Zeiten mit wenig Strom aus Wind und Sonne ("Dunkelflauten") die Energieversorgung absichern und die Systemstabilität gewährleisten.
Marktverzerrungen vermeiden
Das Problem: Kapazitätsmechanismen bedeuten in der Praxis schnell eine Festlegung auf bestimmte Technologien, sie bergen Regulierungsrisiken und die Gefahr von Marktverzerrungen. Außerdem belastet eine dauerhafte Förderungspolitik wahlweise den Staatshaushalt oder die Stromkunden.
Vor diesem Hintergrund hat das Berliner Beratungshaus Connect Energy Economics im Auftrag des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (BNE), der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und der European Energy Exchange (EEX) alternative Lösungswege untersucht.
Die Studie "Die Ordnung der Transformation – Versorgungssicherheit im Strommarkt" kommt zu dem Schluss, dass sich Versorgungssicherheit über den Markt durch eine Stärkung von Preissignalen erreichen lässt.
Kernpunkt Absicherungspflicht
Konkret befürwortet die Studie ein gestärktes wettbewerbliches Marktdesign mit Absicherungspflichten für Versorger für den Fall extrem hoher Börsenpreise, wie sie in der europäischen Strommarktrichtlinie ohnehin vorgesehen ist: Versorger müssten damit ihre Lieferverpflichtungen am Strom-Terminmarkt (längerfristig) absichern. Dadurch werden neue finanzielle Anreize für Investoren geschaffen, zusätzliche und witterungsunabhängige Kapazitäten zu errichten. An der Strombörse würden entsprechende Absicherungsprodukte entstehen.
Für die Wirtschaft sei es wichtig, dass die Kosten einer sicheren Energieversorgung für die Betriebe begrenzt würden, erläutert der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks die Ergebnisse der Untersuchung. "Ziel sollte es daher sein, Investitionsanreize am Markt zu setzen, statt einzelne Technologien dauerhaft staatlich zu fördern. Die Studie zeigt deutlich, dass eine verlässliche Stromversorgung über marktliche Anreize möglich ist."
Neben der Einführung der Absicherungspflicht empfehlen die Autoren weitere Maßnahmen zur Stärkung des Preissignals. Dazu gehört etwa eine Überarbeitung der Netzentgelte, sodass ein Mehrbezug von grünem Strom nicht "bestraft" wird.
Sie finden die Studie mit einer detaillierten Beschreibung der ökonomischen Hintergründe und Voraussetzungen als PDF-Dokument zum Download auf der Website von Connect Energy Economics.
Der Leiter der Beratungsgesellschaft, Marco Nicolosi, stellte die Studie "Ordnung der Transformation" im Rahmen eines DIHK-Webinars am 7. August 2024 vor.
Die Folien zur Veranstaltung können Sie unter www.connect-ee.com abrufen.
Quelle: DIHK – Dr. Sebastian Bolay
Grünen Strom direkt beziehen: Wie PPAs die Energiewende unterstützen
Neues DIHK-Video mit den wichtigsten Fakten rund um das InstrumentIm Video wird erklärt, was unter Power Purchase Agreements zu verstehen ist und welche Vorteile die verschiedenen PPA-Varianten mit sich bringen.
Direkte, langfristige Stromlieferverträge zwischen Kraftwerksbetreibern und Abnehmern, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs), gewinnen als innovative Lösung zur Grünstrombeschaffung zunehmend an Bedeutung. In einem Video erklärt die DIHK das Instrument.
Und darum geht es: Unternehmen, die aktiv an der Energiewende mitwirken möchten, können mithilfe von PPAs langfristig saubere Energie beziehen, wobei sie Strompreis und Lieferzeiträume flexibel an ihre Bedürfnisse anpassen und sich gegen Preisschwankungen am Energiemarkt absichern können.
Dabei stehen mehrere Modelle von PPAs zur Auswahl, die unterschiedliche Vorteile bieten:
- Beim "On-Site PPA" wird der Strom direkt am Standort des Abnehmers erzeugt und nicht über das öffentliche Netz geleitet.
- Im Gegensatz dazu erfolgt die Stromerzeugung beim "Off-Site PPA" an einem anderen Standort, was eine flexible Wahl des Erzeugungsortes erlaubt.
- Eine weitere Möglichkeit stellt das "Sleeved PPA" dar, bei dem der Strom von einem Dienstleister geliefert wird, der die Verbindung zwischen dem Erzeuger und dem Abnehmer herstellt. Dieses Konzept bietet zusätzliche Flexibilität und erleichtert den Zugang zu grünem Strom, ohne dass der Abnehmer selbst in die Infrastruktur investieren muss.
Diese Modelle und Vorteile zeigt der neue Erklärfilm "Grüner Strom mit PPA", den die DIHK in Zusammenarbeit mit der Marktoffensive Erneuerbare Energien erstellt hat.
Video: EIHK_EUI_Green Power Purchase Agreeement (PPA)
Quelle: DIHK - Dr. Niclas Wenz
Das Kraftwerkssicherheitsgesetz – Teurer Kapazitätsmechanismus im Fokus der Politik
Die energiepolitischen Herausforderungen auf dem Weg zu einem klimaneutralen Stromsystem bleiben für den Wirtschaftsstandort Deutschland enorm. Eine zuverlässige, kosteneffiziente und nachhaltige Stromversorgung ist dabei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Dieses Zieldreieck gilt es im Rahmen der aktuellen Diskussion über die Ausgestaltung des zukünftigen Strommarktdesigns zu berücksichtigen.
Versorgungssicherheit per Gesetz?
Mit dem Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen bei gleichzeitigem Verzicht auf Atom und künftig auf Kohle nimmt die Stabilität der Stromerzeugung in Deutschland ab. Dies zeigt sich an den wachsenden Eingriffen ins Stromnetz durch die Netzbetreiber. Neben dem dringend erforderlichen Ausbau der (Übertragungs-)Netze sind zusätzlich witterungsunabhängige Technologien notwendig, um künftige Schwankungen im Stromsystem schnell ausgleichen zu können.
Der am 11. September vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegte Entwurf eines Kraftwerkssicherheitsgesetzes sieht ab 2025 die Ausschreibung von rund 12 Gigawatt Kraftwerksleistungen vor, was etwa 25 Gaskraftwerken entspricht. Zudem ist die Entwicklung eines marktwirtschaftlichen und technologieoffenen Kapazitätsmechanismus angekündigt, in dessen Rahmen weitere Kraftwerksausschreibungen ab dem Jahr 2028 folgen sollen. Ziel ist es, die Stromversorgung auch in Stunden der sogenannten "Dunkelflauten" sicherzustellen und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten – also dann, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Dabei werden unterschiedliche Mechanismen diskutiert – wobei insbesondere zentrale staatliche Ausschreibungen im Fokus der Politik stehen und weniger marktwirtschaftliche Lösungen.
Marktferne Lösungen verteuern den Strompreis
Zentrale staatliche Ausschreibungen von Kraftwerken wären eine teure Lösung für die Unternehmen: Der Wettbewerb zwischen den Technologien würde zurückgedrängt und eine neue Umlage geschaffen. Inoffiziell wird der Förderbedarf für einen zentralen Kapazitätsmechanismus auf etwa fünf Milliarden Euro jährlich geschätzt. Diese Kosten würden über eine neue Umlage von bis zu zwei Cent pro Kilowattstunde auf die Strompreise weitergegeben – das kann für ein durchschnittliches mittelständisches Industrieunternehmen schnell zusätzliche Kosten von 200.000 Euro pro Jahr bedeuten. Somit würde die ohnehin schon hohe Stromkostenbelastung der deutschen Wirtschaft weiter zunehmen und die Akzeptanz der Energiewende erneut sinken.
Absicherungspflicht und Hedging: Versicherung gegen Dunkelflauten
Eine wesentlich kostengünstigere Lösung wäre eine Absicherungspflicht, da Marktakteure über die Preisstruktur entscheiden und nicht die öffentliche Hand. Die Politik kann nicht besser als der Markt wissen, welche Technologien für eine sichere Versorgung gebraucht werden. Bei der Absicherungspflicht müssen sich Energieversorger gegen hohe Strompreise an den Märkten absichern, damit kurzfristige Preissteigerungen nicht unmittelbar an die Unternehmen und Verbraucher weitergegeben werden.
Als Mittel zur Absicherung sind verschiedene Finanzinstrumente wie Termingeschäfte oder Forward-Verträge denkbar, die es ermöglichen, eine feste Menge Strom zu einem festgelegten Preis zu einem Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Dadurch bekommen die Versorger einen Anreiz, selbst in Anlagen zu investieren oder gesicherte Kapazitäten von Dritten einzukaufen. Eine solche langfristige Absicherung – am Finanzmarkt als Hedging bezeichnet – gegen Preisspitzen im Falle von "Dunkelflauten" kann durch den Markt in einer Art Versicherung bereitgestellt werden, die Energieversorger obligatorisch abschließen müssten. Dazu müsste jetzt die konkrete Ausgestaltung politisch ausgearbeitet werden – insbesondere die Höhe und die Mindestlaufzeit der Absicherungsverpflichtungen.
Mit einer solchen Pflichtabsicherung gegen Preisspitzen können gleichzeitig die Anbieter gesicherter Leistungen zusätzliche Erlöse generieren. Dies regt auch den Bau neuer Gaskraftwerke, Speicher oder anderer Technologien zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit an, da stabile Preise eine zuverlässige Rendite versprechen. Weil in diesem Fall der Zubau nicht am Schreibtisch der Ministerien geplant und geschätzt wird, sondern auf der Grundlage von Preissignalen entsteht, werden teure Überkapazitäten und damit Förderungen vermieden.
Stromversorgung marktwirtschaftlich sichern
Klar ist: Deutschland braucht auch in Zeiten mit geringer Stromerzeugung aus Windkraft und Solar eine verlässliche Stromversorgung. Schon heute leidet insbesondere die deutsche Exportwirtschaft unter Stromkosten, die viermal so hoch sind wie die ihrer Konkurrenz in wichtigen Industrieländern. Die Bundesregierung muss nun die Weichen dafür stellen, dass sich dieser Wettbewerbsnachteil durch die staatliche Förderung von Gaskraftwerken nicht noch weiter auswächst. Mit der Absicherungspflicht liegt ein Alternativvorschlag auf dem Tisch, der Preissignale stärkt und die Kosten für die Wirtschaft begrenzt.
Quelle: DIHK – Dr. Niclas Wenz
Leitfaden für Unternehmen zur Umsetzung der Biodiversitätsberichterstattung
In einem 12-monatigen Projekt, das in Zusammenarbeit mit insgesamt 37 Partnern aus Wissenschaft, Naturschutz, Wirtschaft und Wirtschaftsprüfung realisiert wurde, entstand ein Leitfaden, der eine effiziente und praktikable Durchführung der Wesentlichkeitsanalyse in Bezug auf Biodiversität und Ökosysteme gemäß der CSRD ermöglicht.
In dem Dialogprozess wurde mit Unternehmen wie BASF, Evonik, Hipp, ZINQ und OBI eine „best practice“ für eine ambitionierte Wesentlichkeitsanalyse entwickelt.
Eine wichtige Erkenntnis ist, dass Unternehmen Biodiversität und Naturleistungen in ihre strategischen Entscheidungen und ihr Risikomanagement integrieren sollten. Dies bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern stärkt auch den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg. Der Leitfaden empfiehlt den Einsatz spezifischer Tools, um Unternehmen bei der Erfüllung der CSRD-Anforderungen in Bezug auf Biodiversität und Nachhaltigkeit zu unterstützen.
„Die Wesentlichkeitsanalyse ist entscheidend, um die Interaktionen eines Unternehmens mit der Natur zu erfassen. Nur was als wesentlich festgelegt wird, kann transparent gemacht und gezielt adressiert werden. Der Leitfaden der Umweltstiftung Michael Otto bietet Unternehmen eine klare, praxisorientierte Anleitung, um den ESRS E4-Standard effizient und wirkungsvoll umzusetzen,“ so Tobias Maximilian Wildner, Experte für Sustainable Finance & Regulation beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).
Zu den Mitunterzeichnern des Leitfadens gehören unter anderem BDO, Deloitte, KPMG, NABU, PwC, Systain, UFZ und WWF.
Die DIHK Service GmbH war als Netzwerkpartner mit an Bord.
Hier gibt es weitere Informationen zum Projekt Umweltstiftung Michael Otto.
Quelle: DIHK
Änderungen der Gefahrstoffverordnung - Zustimmung durch Bundesrat
Die Änderungen der Gefahrstoffverordnung setzen unter anderem das Risikokonzept für krebserzeugende Gefahrstoffe der Kategorie 1A oder 1B um und sehen zudem erweitere Anforderungen an Tätigkeiten mit Asbest vor. Die Länder stimmten dem Entwurf der Bundesregierung zu, beschlossen jedoch insgesamt 15 Änderungen und eine Entschließung. Die Bundesregierung muss die Maßgaben des Bundesrates annehmen, damit die Verordnungsänderung in Kraft treten kann.
Neben den Neuregelungen für Tätigkeiten mit Asbest implementiert die Bundesregierung in der Verordnung das risikobezogene Maßnahmenkonzept für krebserzeugende Gefahrstoffe der Kategorie 1A oder 1B und passt Regelungen an die überarbeitete CLP-Verordnung an.
Wesentliche Regelungsinhalte für Tätigkeiten mit Asbest sind:
§ 5a Besondere Mitwirkungs- und Informationspflichten für Veranlasser von Tätigkeiten an baulichen oder technischen Anlagen
Insbesondere die im ersten Referentenentwurf aus dem Jahr 2022 vorgesehene Erkundungspflicht von Auftraggebern von Bautätigkeiten hatte zu heftiger Kritik aus der Wohnungswirtschaft geführt. Der Regierungsentwurf enthält nun eine sogenannte Mitwirkungspflicht in einem neuen § 5a. Vor dem Beginn von Tätigkeiten an baulichen oder technischen Anlagen müssen alle den Auftraggebern oder Bauherren vorliegende Informationen zur Bau- oder Nutzungsgeschichte über vorhandene oder vermutete Gefahrstoffe mitgeteilt werden. Für die Feststellung von Asbest muss bei Objekten jünger als 1993 das Baujahr (Datum der Fertigstellung) bzw. zwischen 1993 und 1996 der Baubeginn mitgeteilt werden.
§ 6 Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung
Diese Information zu Gefahrstoffen müssen die Arbeitgeber (neuer Absatz 2a) in der Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten berücksichtigen.
Nach § 6 Absatz 2b müssen Arbeitgeber "im Rahmen besonderer Leistungen" bereits nach dem Regierungsentwurf zusätzliche Informationen für die Gefährdungsbeurteilung ermitteln, wenn die Informationen des Veranlasserns (bspw. Bauherrn) dazu nicht ausreichen. Der Bundesrat ergänzt dies mit der Klarstellung, dass er sich dazu externen Sachverstandes bedienen muss, wenn die eigenen Kenntnisse nicht ausreichen.
In einem weiteren Absatz 2c ergänzen die Länder zudem, dass eine technische Erkundung Voraussetzung der Durchführung einer Tätigkeit sei, wenn nur so geeignete Schutzmaßnahmen festgelegt werden können.
§ 11 Verwendungs- und Tätigkeitsbeschränkungen für Asbest
Der neue § 11 verbietet die Verwendung von Tätigkeiten an asbesthaltigen Materialien. In sechs weiteren Absätzen werden dann wiederum Ausnahmen für verschiedene Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten geregelt, die teils detailliert definiert und eingeschränkt werden.
§ 11a Anforderungen an Tätigkeiten mit Asbest
Der neue § 11a sieht Anforderungen an Gefährdungsbeurteilung, Risikokonzept und Schutzmaßnahmen vor. Zudem werden Zulassungs-, Fach- und Sachkundepflichten vorgesehen.
Die in § 11a eingeführte Anzeigepflicht kann zudem elektronisch verlangt werden, wenn die Behörden ein entsprechendes Formular bereitstellen.
Die Drucksachen des Bundesrates finden Sie hier: Link.
Quelle: DIHK
Industrieller Mittelstand: Datenökonomie verstehen und nutzen
Daten sind das neue Öl – aber wie lassen sich die Potenziale dieses Schatzes heben? In einem neuen Projekt will die DIHK Service GmbH gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern den industriellen Mittelstand dabei unterstützen, die Chancen der Datenökonomie besser zu erkennen und zu nutzen.
In produzierenden Unternehmen werden jede Menge Daten generiert, die – sinnvoll gebündelt und ausgewertet – dazu beitragen können, Fertigungsprozesse, Lieferanten- und Kundenbeziehungen zu verbessern sowie die Berichterstattungspflichten im Zusammenhang mit gesetzlichen Vorgaben wie z. B. der CSRD erheblich zu vereinfachen.
Datenräume erlauben Vernetzung und schaffen Mehrwert
Ein wichtiges Instrument für alle, die diese wertvolle Ressource im Sinne einer gezielten „Datenökonomie“ nutzen möchten, sind „Datenräume“, also geschützte Infrastrukturen für souveränen Datenaustausch, die auf gemeinsamen Vereinbarungen, Regeln und Standards beruhen. Sie ermöglichen eine enge Vernetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, helfen bei der Optimierung von Lieferketten und schaffen die Basis für innovative Geschäftsmodelle.
Wie man auf diesem Wege Mehrwert erzeugt, vermitteln künftig DIHK Service GmbH und die IHKs vor Ort gemeinsam mit weiteren Partnern in dem neuen Projekt „Scale-MX“, das am 24. Oktober offiziell aus der Taufe gehoben wurde. Scale-MX soll insbesondere durch Wissens- und Technologietransfer das Konzept der Datenräume verständlich machen und Anwendungsfälle aufzeigen, beispielsweise bei Themen wie Berichtspflichten und Rückverfolgung in der Lieferkette. Ziel ist es, durch digitale Lösungen die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der Unternehmen zu stärken.
Umsetzung der Ergebnisse aus „Manufacturing-X“
Eine wichtige Rolle spielen dabei die Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus dem Förderprogramm „Manufacturing-X“ des Bundeswirtschaftsministeriums. Manufacturing-X zielt darauf, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) durch die branchenübergreifende, bedarfsorientierte Nutzung von Datenräumen den sicheren Austausch von Daten entlang der gesamten industriellen Wertschöpfungskette zu ermöglichen.
Scale-MX greift auf die Ergebnisse dieses Datenökosystems zurück und bringt sie in die praktische Anwendung: KMU erhalten künftig etwa über Implementierungsleitfäden oder Best-Practice-Beispiele Hilfestellung bei der Integration solcher Technologien, mit denen sie ihre Effizienz und Innovationsfähigkeit nachhaltig steigern können. Dabei soll der Austausch von Wissen und Technologien über Branchengrenzen hinweg neue Impulse für die gesamte Industrie setzen – von der Ausrüsterindustrie bis hin zur Chemiebranche.
Zukunftsweisender Schritt in die digitale Transformation
„Gemeinsam genutzte Datenräume sind ein zukunftsweisender Schritt in die digitale Transformation“, betont Sofie Geisel, Mitglied der DIHK-Hauptgeschäftsführung und Geschäftsführerin der DIHK Service GmbH. „Sie ermöglichen Unternehmen jeder Größenklasse die digitale Vernetzung mit ihren Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern. Auf diesem Weg wollen wir gemeinsam mit den IHKs vor Ort vor allem KMU begleiten.“
Die DIHK Service GmbH setzt das Projekt Scale-MX gemeinsam mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), dem Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), den Initiativen Bayern Innovativ und Niedersachsen.Next sowie der WIK GmbH um. Es wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.
Quelle: DIHK
Kreislaufwirtschaft: Mehrwert Digitaler Produktpässe
Als Mitglied im Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (SVRV) untersuchten KSU-Geschäftsführer Philipp Andree und Prof. Christa Liedtke vom Wuppertal Institut zusammen mit der Universität Kassel Vorteile und Herausforderungen digitaler Produktpässe (DPP) für Unternehmen und Verbraucher*innen.
Die Ergebnisse mehrerer Workshops mit Vertreter*innen von Unternehmen und Verbraucher*innen veröffentlichen sie im Sommer als Werkstattbericht. Anschließend diskutierten sie die Ergebnisse mit Mitgliedern des SVRV.
Mitte November setzten sie die Diskussion mit den Beteiligten in Berlin fort. Ergebnisse des Dialogprozesses mit Expert*innen und ein Kurzgutachten der SVRV-Ratsmitglieder für Entwicklung und Umsetzung von DPP stellte Philipp Andree beim 10-järhrigen Jubiläums des SVRV vor und übergab Bundesumweltministerin Steffi Lemke das Gutachten.
Quelle: DIHK
Kreislaufwirtschaft: Änderung der Gewerbeabfallverordnung
Die Bundesregierung hat am 27. November dem Entwurf der Gewerbeabfallverordnung zugestimmt. Die Verordnungsänderung muss allerdings noch von der EU-Kommission notifiziert und von Bundestag und Bundesrat bestätigt werden. Trotzdem wäre das Inkrafttreten vor der Bundestagswahl möglich.
Die Bundesregierung versucht das Gesetzgebungsverfahren mit dem Kabinettsbeschluss noch vor der Bundestagswahl am 23. Februar zu einem Ende zu bringen. Üblicherweise wird die Notifizierung durch die EU-Kommission abgewartet, dieses Verfahren verläuft nun parallel zu Bundestag und Bundesrat. Für sie richtet sich das Verfahren dieser Verordnung nach § 68 Kreislaufwirtschaftsgesetz. Danach ist dem Bundesrat die Verordnung nach drei Sitzungswochen zuzuleiten, wenn sich der Bundestag nicht mit ihr befasst hat. Da bis zum 23. Februar noch drei Sitzungswochen vorgesehen sind, könnte der Bundesrat der Verordnung noch final zustimmen. Auch unter den Ländern ist der Referentenentwurf allerdings nicht unumstritten.
Mit der Verordnungsänderung plant die Bundesregierung unter anderem:
- Kennzeichnungspflichten für Sammelbehältnisse
- erweiterte Getrennthaltungspflichten für nicht gefährliche asbesthaltige Abfälle
- Einbeziehung von Sachverständigen bei der Prüfung der getrennten Sammlung
- behördliche Überwachungspläne zur Kontrolle der Einhaltung
- Streichung der 90 Prozent-Getrenntsammlungsquote als Ausnahme der Vorbehandlungspflicht
- ein bundesweit einheitliches elektronisches Register für alle Vorbehandlungsanlagen
- stichprobenartige Kontrollen der Anlieferungen durch Anlagenbetreiber von Verbrennungsanlagen
Die aktuelle Drucksache finden Sie hier: Link
Quelle: DIHK – Hauke Dierks
"Kreislaufwirtschaft ist eine Sache der Unternehmen" - NKS beschlossen
Schon heute setzen die Betriebe auf Recycling, um Materialkosten zu sparen und in den Lieferketten unabhängiger zu werden
Das Bundeskabinett hat am 4. Dezember eine Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKS) beschlossen. Das für die Unternehmen wichtige und positiv besetzte Thema Recycling sollte bürokratiearm und praxisnah umgesetzt werden, mahnt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK).
Die Kreislaufwirtschaft stehe auch bei vielen Unternehmen auf der Agenda, betont der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. Ressourcenschonung könne helfen, "Rohstoffe effizienter zu nutzen und auch die Unabhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu erhöhen", stellt er klar. "Deshalb ist es wichtig, dass die Politik hier die richtigen Signale sendet."
Er verweist auf die aktuelle DIHK-Umfrage zur Kreislaufwirtschaft. Sie zeige, dass viele Unternehmen den Übergang zu einer Circular Economy dann als Chance sähen, wenn diese bürokratiearm und mittelstandsfreundlich gestaltet werde. Mehr als jeder zweite Betrieb beschäftige sich aus eigenem Antrieb intensiv mit der Frage, wie er sein Geschäftsmodell mit Elementen der Kreislaufwirtschaft verbinden könne.
Praxistauglichkeit beachten
Dercks: "Ambitionierte politische Ziele müssen daher aus Sicht der Wirtschaft auch daran gemessen werden, was in der Praxis funktionieren kann und was nicht. Denn drei von fünf Unternehmen befürchten zusätzliche Bürokratie etwa durch neue Dokumentationspflichten." Zahlreiche Betriebe bewerteten zudem den zeitlichen Rahmen als unrealistisch. Dies gelte insbesondere für Mindesteinsatzquoten für Sekundärmaterialien oder die geplante Einführung eines digitalen Produktpasses.
"Kreislaufwirtschaft ist – wie das Wort schon sagt – vor allem eine Sache der Wirtschaft", so Dercks. "Politik kann hier nur erfolgreich sein, wenn sie bei geplanten Maßnahmen die Unternehmen frühzeitig einbindet, die digitale Infrastruktur vorantreibt und besonders den Mittelstand unterstützt."
Quelle: Christoph Petri
Transformation und Bidding Zone Review: Wohin steuert der Energie-Binnenmarkt?
Der Europäischer Strommarkt: Fragmentierung oder Vereinheitlichung?
Wie kann der europäische Strommarkt zukunftsfähig gestaltet werden? Vor dem Hintergrund des laufenden Bidding Zone Reviews diskutierten Experten die Risiken einer Aufteilung der deutschen Stromgebotszone. Die Debatte zeigt: Ein starker „Single Market“ bleibt essenziell für Industrie und Energiewende.
Am 18. November 2024 trafen sich hochrangige Vertreter aus Politik, Industrie und Energiewirtschaft, um zentrale Herausforderungen des europäischen Strommarktes und des Netzausbaus zu diskutieren. Schnell wurde deutlich, dass eine mögliche Aufteilung der deutschen Stromgebotszone mit enormen Kosten und Unsicherheiten verbunden wäre und daher auf breite Ablehnung stößt. Tobias Gotthardt, Staatssekretär im bayerischen Wirtschaftsministerium, sprach sich in seinem Eröffnungsstatement klar gegen eine Fragmentierung des Strommarktes aus und betonte Bayerns ambitionierte Pläne für ein modernes und nachhaltiges Energiesystem. Auch Dr. Christoph Müller, designierter Amprion-CEO und Dr. Peter von Zumbusch, Werkleiter der Wacker Chemie AG, unterstrichen die Herausforderungen, vor denen die Energiewirtschaft steht. Müller kritisierte die engen Vorgaben der EU-Behörde ACER und wies auf unzureichend berücksichtigte Fortschritte beim Netzausbau hin. Von Zumbusch machte deutlich, dass bezahlbarer, grüner Strom und eine robuste Infrastruktur essenziell für die Zukunft der Industrie in Europa sind.
Die anschließende Diskussion, moderiert von Dr. Niclas Wenz von der DIHK, vertiefte die unterschiedlichen Perspektiven. Prof. Angelika Niebler, Mitglied des Europaparlaments, hob hervor, dass der laufende Review mit dem Zieljahr 2025 zu kurz greife und langfristigere Perspektiven erforderlich seien. Erfahrungen aus Österreich, das 2017 eine Gebotszonentrennung durchführte, wurden von Magister Jürgen Streitner, Abteilungsleiter bei der Wirtschaftskammer Österreich, als kostspielig beschrieben. Auch Hans Lerchl von den Stadtwerken München warnte vor den Risiken kleinerer Gebotszonen, die den Energiehandel erschweren und die Marktteilnehmer zusätzlich belasten könnten.
Die Debatte über die Zukunft der deutschen Stromgebotszone ist für die deutsche Wirtschaft von großer Bedeutung. Eine Aufteilung würde nicht nur die Beschaffungsmöglichkeiten der Industrie einschränken, sondern auch die ohnehin hohen Strompreise weiter erhöhen und zusätzliche Kosten für die Energieversorgung mit sich bringen. Die DIHK positioniert sich gemeinsam mit der Bundesregierung klar gegen eine Fragmentierung des Strommarktes. Mit über 200 Teilnehmern aus der Brüsseler Politik, Verwaltung und Wirtschaft stieß die Veranstaltung auf großes Interesse.
Quelle: DIHK
Zirkuläres Wirtschaften: Welche Weichen jetzt gestellt werden müssen
Darüber diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft am 27. November beim Kamingespräch des Verbands Klimaschutz-Unternehmen (KSU) und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Berlin. Fazit: Der Übergang zu einer zirkulären Wirtschaft erfordert umfassende strukturelle Veränderungen. Es braucht rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die sozial-ökologische Wirkungen einbeziehen und zirkuläres Wirtschaften aktiv fördern. Dafür bedarf es klare politische Leitlinien, Investitionen in Infrastruktur und Technologie sowie unternehmens- bzw. und branchenübergreifende Kooperationen.
Quelle: DIHK
Wissenswertes aus EUROPA
DIHK aktualisiert "Umgang mit Verpackungen in Europa" - Die wichtigsten Regelungen für 27 Länder auf einen Blick
Die europäische Regelungspraxis zu Verpackungen ist derzeit noch sehr heterogen.
Bagatellgrenzen, Meldepflichten, Recyclingquoten: Wie die EU-Mitgliedstaaten die novellierte EU-Verpackungsrichtlinie umgesetzt haben und was in weiteren europäischen Ländern gilt, beschreibt die Deutsche Industrie- und Handelskammer in einer jüngst überarbeiteten Veröffentlichung.
Auch wenn die Mitte 2018 in Kraft getretene EU-Richtlinie zu zahlreichen gesetzlichen Anpassungen geführt hat, sind die nationalen Regelungen zum Umgang mit Verpackungen nach wie vor sehr unterschiedlich. Unternehmen, die auf dem europäischen Binnenmarkt verpackte Waren in den Verkehr bringen, müssen die Anforderungen des jeweiligen Landes beachten – das gilt auch für Exporte in europäische Drittstaaten.
Bonus-Malus-Modelle, Pfand und mehr
So plant etwa Dänemark, 2025 ein sogenanntes Bonus-Malus-Modell einzuführen. Dann werden wiederverwend- oder recycelbare Verpackungen mit geringeren Abfallkosten belegt, Verpackungen, die zur Verbrennung vorgesehen sind, dagegen mit Strafgebühren. Österreich führt ebenfalls 2025 ein Einwegpfandsystem ein: Ab dem 1. Januar wird für Einweggetränkeverpackungen aus Kunststoff und Metall mit einem Volumen von 0,1 bis maximal 3 Liter ein Pfand in Höhe von 25 Cent fällig. Ausgenommen sind Milchverpackungen und Tetrapaks.
All diese und weitere Details hat die DIHK in ihrer jetzt aktualisierten Übersicht "Umgang mit Verpackungen in Europa" zusammengestellt. Auf nunmehr 65 Seiten erfahren die Leserinnen und Leser für 27 europäische Länder, wer den verpackungsrechtlichen Bestimmungen unterliegt, welche Verpackungen in den Anwendungsbereich fallen oder welche Kennzeichnungspflichten und Sonderregelungen bestehen.
Weitere Änderungen möglich
Um die EU-weit unterschiedlichen Regelungen zu harmonisieren, hat die Europäische Kommission Ende 2022 einen Vorschlag für eine neue Verpackungsverordnung veröffentlicht. Bis diese Regelungen beschlossen sind und in Kraft treten, kann jedoch noch über ein Jahr vergehen. Bis dahin können sich auch innerhalb der Länder die Sachverhalte immer wieder ändern.
Die Publikation gibt den Status quo von Juli 2024 wieder. Sie steht hier zum Download bereit:
"Umgang mit Verpackungen in Europa" (PDF, 1 MB)
Quelle: DIHK-Christoph Petri
EU-Luftqualitätsrichtlinie tritt in Kraft - Strengere Grenzwerte beschlossen
Die neue EU-Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft für Europa ist am 20. November im Amtsblatt der EU veröffentlicht worden. Wesentliche Regelungen – darunter die neuen Grenzwerte – treten allerdings erst am 12. Dezember 2026 in Kraft. Bis dahin muss Deutschland die neue Richtlinie in nationales Recht umgesetzt haben.
Wesentliche Neuerung der Richtlinienänderung sind neue und deutlich strengere Grenzwerte für nunmehr 11 Luftschadstoffe. Ab dem 1. Januar 2030 müssen sie eingehalten werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können Mitgliedstaaten allerdings Fristverschiebungen bis 2040, 2037 oder 2035 beantragen. Werden die neuen Grenzwerte überschritten, müssen für die betroffenen Gebiete Luftqualitätspläne (bisher Luftreinhaltepläne) mit geeigneten Maßnahmen zur Grenzwerteinhaltung erstellt werden.
Da die Grenzwerte der bisherigen Luftqualitätsrichtlinie nicht überall in Deutschland eingehalten wurden, erließen einzelne Städte Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge. Das Umweltbundesamt erwartet im Jahr 2030 erneut Überschreitungen der strengeren Grenzwerte an verkehrsnahen Messstandorten für Feinstaub und Stickstoffoxid. Bis 2035 hält es die Einhaltung für möglich. Bei Feinstaub-PM2,5 sei dies allerdings eine "Herausforderung".
Den Gesetzestext finden Sie hier: Richtlinie - EU - 2024/2881 - DE - EUR-Lex
Ausführungen des Umweltbundesamtes hier: Auf dem Weg zu einer neuen Europäischen Luftqualitätsrichtlinie
Quelle: DIHK
Chemikalien: EU-Kommission beschränkt Verwendungen von PFHxA
Die EU-Kommission hat im September 2024 die Beschränkung Perfluorhexansäure ("PFHxA") und verwandten Stoffen in bestimmten Produkten beschlossen. Die Stoffe sind eine Untergruppe von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS).
Die beschlossene Verordnung erweitert den Anhang VII der REACH-Verordnung. Damit werden der Verkauf und die Verwendung von PFHxA in Textilien und Gemischen für die breite Öffentlichkeit, Lebensmittelverpackungen sowie Kosmetika verboten.
Die PFHxA-Beschränkung tritt zwanzig Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt förmlich in Kraft. Sie wird je nach Verwendung nach Übergangszeiträumen zwischen 18 Monaten und 5 Jahren wirksam.
Den offiziellen Verordnungstext finden Sie auf der Webseite der Europäischen Union.
Die Pressemeldung der Kommission finden Sie hier.
Quelle: DIHK
Chemikalien: Fortschritt bei der PFAS-Beschränkung - ECHA und fünf europäische Länder informieren
Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) und die zuständigen Behörden aus Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und Schweden haben einen aktuellen Bericht zum Fortschritt der geplanten Beschränkung von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in Europa veröffentlicht.
Laut dem Bericht arbeiten die wissenschaftlichen Ausschüsse der ECHA für Risikobewertung (RAC) und sozioökonomische Analyse (SEAC) sowie die fünf Länder (sogenannte Dossier-Einreicher) weiterhin an der Auswertung der mehr als 5.600 wissenschaftlichen und technischen Stellungnahmen, die während der Konsultation im Jahr 2023 eingegangen sind.
Aufgrund des umfangreichen Feedbacks aus der Konsultation konnten nach dem Fortschrittsbereich weitere Anwendungsbereiche identifiziert werden, die im ursprünglichen Vorschlag nicht ausdrücklich genannt waren. Zu den expliziten neu berücksichtigten Anwendungen nennt der Fortschrittsbericht beispielhaft:
- Abdichtungsanwendungen,
- technische Textilien,
- Druckanwendungen sowie
- medizinische Anwendungen wie Verpackungen und Hilfsstoffe für Arzneimittel.
- Auch Fluorpolymere als Untergruppe von PFAS werden nach dem Bericht besonders untersucht.
Der Bericht deutet zudem erstmals an, dass neben einem vollständigen Verbot oder einem Verbot mit zeitlich begrenzten Ausnahmen weitere alternative Beschränkungsansätze geprüft würden. Diese Überlegungen seien besonders relevant für Anwendungsbereiche, bei denen ein Verbot unverhältnismäßige sozioökonomische Auswirkungen haben könnte. Genannt werden beispielshaft Batterien, Brennstoffzellen und Elektrolyseure.
Laut dem Bericht wird die Entwicklung der Gutachten der ECHA im Jahr 2025 weiter andauern. Dies umfasst ein finales Gutachten des RAC und einen Entwurf des SEAC-Gutachtens, die ursprünglich für Ende 2024 angekündigt waren. Die Arbeiten der ECHA zu dem Beschränkungsvorschlag werden sich also voraussichtlich weiter verzögern. Die endgültige Entscheidung über die PFAS-Beschränkung liegt bei der Europäischen Kommission, die dabei auch die Meinungen der EU-Mitgliedstaaten einbezieht.
Detaillierte Informationen zum Fortschritt der Arbeiten in englischer Sprache können im veröffentlichten Fortschrittsbericht eingesehen werden. Eine Übersetzung ins Deutsche finden Sie beim Reach-CLP-Biozid-Helpdesk.
Quelle: DIHK
Klimaschustz: EU-Vorschlag für Klimaziel 2040 überfordert Deutschland und Europa
Das von der EU-Kommission vorgeschlagenen Klimaziel für 2040 gerät außer Reichweite – das zeigt eine Studie, die die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) am 1. Oktober in Berlin vorgestellt haben.
Der Brüsseler Vorschlag sieht eine 90-prozentige Verringerung der Netto-Treibhausgasemissionen (THG) im Vergleich zu 1990 vor. Was dies für die deutsche Klimazielsetzung bedeuteten würde und wie der Stand der Klimazielerreichung in Europa und Deutschland aktuell aussieht, analysiert die Studie "Mögliche Auswirkungen eines EU-Klimaziels von minus 90 Prozent für 2040 auf Deutschland" von DIHK und VKU.
Schon 2030er-Ziel wohl nicht zu halten
Ein Kernergebnis: Nach derzeitigen Emissionsprognosen der EU-Mitgliedstaaten wird bereits das für 2030 anvisierte europäische Ziel einer 55-prozentigen CO2-Reduktion verfehlt. Das Erreichen eines 2040-Ziels von minus 90 Prozent, das auf der Zielerreichung 2030 aufbaut, gerät damit außer Reichweite.
Die Studie stellt dar, dass das vorgeschlagene Klimaziel 2040 auf optimistischen Annahmen beruht, beispielsweise in Bezug auf die Verfügbarkeit von Technologien, Fachkräften, Rohstoffen und den Mitteln für Investitionen. Wenn diese nicht eintreten, drohen aus Sicht und DIHK und VKU mehr Regulierung, steigende Kosten sowie politische und wirtschaftliche Verwerfungen.
Mehr Realitätssinn nötig
Aus diesem Grund plädieren die beiden Organisationen für mehr Realitätssinn: Es sei kontraproduktiv, langfristige Ziele zu verschärfen, wenn man kurzfristigere nicht erreiche. Der Fokus solle stattdessen darauf liegen, wie das Ziel für 2030 kosteneffizient und wirtschaftlich tragbar angestrebt werden kann. "Die deutsche Wirtschaft hat beim betrieblichen Klimaschutz schon viel erreicht", kommentiert der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks die Ergebnisse. "Die energieintensive Industrie ist im europäischen Vergleich in den letzten Jahren auf einem markanten CO2-Einsparpfad – allerdings vor allem bedingt durch kostenbedingte Einschränkungen der Produktion."
Die Formulierung immer neuer höherer Klimaziele führe "zu einer tiefen Verunsicherung in der Breite der Wirtschaft", warnt Dercks. "Denn wir sehen schon jetzt, dass beispielsweise die für 2030 formulierten Ziele nur schwer erreichbar sein werden. In vielen Unternehmen vergrößert sich die Sorge, dass die politischen Einsparziele zu noch mehr Regulierungen und weiteren Preiserhöhungen für Energie führen. Dabei sind die Kosten für Strom und Gas bereits heute schon problematisch hoch."
Ohne private Investitionen geht es nicht
Wie groß die Verunsicherung der Unternehmen durch die Energiepolitik mittlerweile sei, zeige auch das aktuelle DIHK-Energiewende-Barometer, so der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer: "Während in früheren Jahren viele Unternehmen auch Chancen in der Energiewende für den eigenen Betrieb sahen, überwiegen seit zwei Jahren deutlich die Risiken. Die Politik sollte daher aufpassen, dass nicht ganze Branchen bei den Themen Energiewende und Klimaschutz fast völlig die Zuversicht verlieren. Denn ohne private Investitionen wird die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft nicht gelingen."
Weg zur Klimaneutralität nicht beliebig verkürzbar
VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing ergänzt: "Es ist wichtig, die Klimaziele möglichst schnell zu erreichen. Aber der Weg zur Klimaneutralität kann nicht beliebig verkürzt werden, insbesondere in 'trägen' Sektoren wie Verkehr und Gebäude." Das zeige sich aktuell bei der Wärmeplanung und dem Ausbau der Fernwärme, bei denen kommunale Unternehmen eine zentrale Rolle spielten.
Liebing: "Deutschland trägt bereits jetzt überproportional zu den rechtsverbindlichen europäischen CO2-Minderungszielen bei. Ein neues EU-Klimaziel von minus 90 Prozent bis 2040 würde das weiter verschärfen." Eine entsprechende Festlegung sei "voreilig und riskant", warnt er. "Der Fokus sollte stattdessen darauf liegen, die 2030-Ziele ('Fit for 55') des EU Green Deal zu erreichen."
Die zentralen Ergebnisse der Studie im Überblick:
- Das vorgeschlagene Ziel für 2040 kann nur durch rechtzeitiges, koordiniertes und entschlossenes Handeln in allen Sektoren erreicht werden.
- Eine potenzielle Zielverfehlung 2030 würde es erheblich erschweren, das vorgeschlagene Ziel für 2040 zu erreichen.
- Ein wirksamer Schutz vor „Carbon Leakage“ und die erfolgreiche Einführung des ETS II sind von entscheidender Bedeutung.
- Eine effiziente, frühzeitige und erfolgreiche Einführung neuer Technologien ist entscheidend für die Erreichung des vorgeschlagenen Ziels für 2040.
- Deutschland steht mit seinen Minderungszielen vor grossen Herausforderungen. Die möglichen Folgen für die EU sind erheblich.
Die deutsche Langfassung der Studie finden Sie auf der Website des VKU.
Quelle: DIHK
EU-Umweltrat beschließt Änderung der CLP-Verordnung
Rat der Europäischen Union hat der CLP-Revision final zugestimmt. Nach Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union können die Änderungen vrsl. Ende 2024 in Kraft treten. Die Änderungen beinhalten unter anderem Anforderungen an Kennzeichnungsetiketten und Werbung.
Die CLP-Verordnung wird in zwei Schritten überarbeitet. In einem ersten Schritt wurden im April 2023 durch die Delegierte Verordnung (EU) 2023/707 (link) drei neue Gefahrenklassen (endokrinen Disruptoren, PBT/vPvB und PMT/vPvM) eingeführt. Stoffe sind spätestens ab dem 1. Mai 2025 und Gemische spätestens ab dem 1. Mai 2026 in diese neuen Gefahrenklassen einzustufen.
Das reguläre Gesetzgebungsverfahren zur CLP-Verordnung passt den Verordnungstext entsprechend an. Zusätzlich werden unter anderem die Pflichten zur Ermittlung und Prüfung verfügbarer Informationen über Stoffe (Artikel 5) um Stoffe mit mehr als einem Bestandteil (sog. MOCS) erweitert. Zudem ergeben sich Änderungen an Vorgaben zur Kennzeichnung (u.a. Schriftgrößen, Faltetiketten, digitale Etikette) und Werbung.
Ein offizieller Gesetzestext liegt noch nicht vor. Die letzte Version aus dem EU-Parlament finden Sie hier:
Angenommene Texte - Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen - Dienstag, 23. April 2024
Weitere Informationen:
Pressemitteilung des Rats: Chemicals: Council adopts regulation on classification, labelling and packaging - Consilium
Quelle: DIHK
Bedeutende Emissionsreduktionen durch erneuerbare Energien
Die Treibhausgasemissionen (THG) in der EU sind im Jahr 2023 um 8,3 Prozent gesunken. Das ist eines der Ergebnisse des Klimafortschrittsberichts 2024 der Europäischen Kommission. Das ist der größte Rückgang seit Jahrzehnten, mit Ausnahme des Jahres 2020, in dem die Emissionen pandemiebedingt um 9,8 Prozent zurückgingen. Die Emissionen liegen damit 37 Prozent unter dem Niveau von 1990, während das BIP im gleichen Zeitraum um 68 Prozent gestiegen ist.
Dieses anhaltende Entkoppeln von Emissionen und wirtschaftlichem Wachstum zeigt das Potenzial einer klimafreundlichen wirtschaftlichen Entwicklung. Die EU ist damit, laut EU-Kommission, auf dem Weg, das Ziel einer Emissionsreduktion von mindestens 55 Prozent bis 2030 zu erreichen.
Der Bericht unterstreicht vor allem Emissionsrückgänge in der Industrie und Energieerzeugung, die durch das europäische Emissionshandelssystem (ETS) reguliert werden. Die Emissionen in diesen Sektoren sanken 2023 um 16,5 Prozent. Besonders die Strom- und Wärmeerzeugung verzeichnete einen Rückgang um 24 Prozent, vor allem durch den Ausbau erneuerbarer Energien sowie den schrittweisen Ausstieg aus der Kohlekraft.
Die Einnahmen aus dem ETS erreichten 2023 rund 43,6 Milliarden Euro, von denen 7,4 Milliarden in den Innovations- und Modernisierungsfonds flossen; der Rest unterstützt nationale Klimaschutzprojekte. Diese Mittel eröffnen wirtschaftliche Chancen und Unterstützung für Unternehmen, insbesondere energieintensive Industrien, die auf klimafreundliche Technologien umstellen möchten.
Die Emissionen in den Bereichen Gebäude, Landwirtschaft, Verkehr und Abfall, die durch die sogenannte Effort-Sharing-Verordnung (Lastenteilungs-Verordnung) geregelt werden, sind 2023 ebenfalls um rund 2 Prozent zurückgegangen. Die größten Beiträge kamen aus dem Gebäudesektor, dessen Emissionen um 5,5 Prozent gesenkt wurden. Land- und Forstwirtschaft trugen mit einem Rückgang von 2 Prozent ebenfalls bei, während die Verkehrssektoremmissionen mit weniger als 1 Prozent nur leicht sanken. Die Rolle der gewerblichen Wirtschaft in diesen Sektoren ist entscheidend, da Investitionen in emissionsarme Gebäudetechnik und saubere Mobilitätslösungen die Wettbewerbsfähigkeit langfristig steigern können.
Ein bemerkenswerter Erfolg ist der 8,5-prozentige Anstieg des natürlichen Kohlenstoffsenkpotenzials der EU im Jahr 2023, womit der Abwärtstrend im Bereich Landnutzung und Forstwirtschaft gestoppt wurde. Dieser Bereich spielt eine zentrale Rolle für die Klimabilanz und bietet gleichzeitig der Forst- und Landwirtschaft sowie den verarbeitenden Industrien Chancen, durch nachhaltige Nutzung und Aufforstungsprogramme zum Klimaschutz beizutragen.
Trotz der positiven Entwicklung in der EU ist global noch kein Emissionshöhepunkt erreicht, und die extremen Klimaereignisse in Europa verdeutlichen die Dringlichkeit weiterer Maßnahmen. Die Kommission ruft dazu auf, die Klimaanpassungsmaßnahmen auf allen Ebenen zu intensivieren, insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Naturkatastrophen wie extremen Waldbränden und Überschwemmungen. Der COP29-Gipfel in Baku, Aserbaidschan, wird entscheidend sein, um den internationalen Druck aufrechtzuerhalten und gemeinsam mit den Partnern verstärkte Maßnahmen zu fördern. Die EU bleibt mit ihren Mitgliedstaaten der größte Geber für Klimafinanzierung und unterstützt Partnerländer weltweit bei der Klimawende.
Quelle: DIHK
Das erste grüne Eisenwerk in Afrika - 12 MW Elektrolyseur im Einsatz
Wasserstoffprojekt in Namibia erfolgreich umgesetzt.
In Namibia geht das erste grüne Eisenwerk Afrikas in Betrieb, das Eisen auf umweltfreundliche Weise mithilfe von Wasserstoff herstellt, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Dafür wurde ein 12 Megawatt-Elektrolyseur geliefert, welcher nun in Betrieb genommen wird.
Das Förderprojekt Oshivela wurde Ende November erfolgreich abgeschlossen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) unterstützte das Vorhaben im Rahmen der Förderrichtlinie für internationale Wasserstoffprojekte. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte hierzu während seiner Reise nach Namibia im Dezember 2022 einen Förderbescheid über 13 Millionen Euro übergeben.
Die globale Stahlproduktion verursacht etwa ein Achtel der weltweiten CO₂-Emissionen und trägt damit erheblich zum Klimawandel bei. Die Oshivela-Anlage zählt zu den größten Primärproduktionsstätten für grünes Eisen weltweit. Namibias umfangreiche Eisenerzvorkommen und ideale klimatische Bedingungen ermöglichen eine kostengünstige Produktion von grünem Wasserstoff in direkter Nähe zu den Abbaustätten, der für die umweltfreundliche Eisenherstellung genutzt wird. Dadurch kann grünes Eisen als entscheidendes Vorprodukt für die Dekarbonisierung der Stahlindustrie produziert werden und gleichzeitig zum Aufbau nachhaltiger Wertschöpfungsketten in Namibia beitragen. Mithilfe des klimafreundlichen Wasserstoffs können jährlich 27.000 Tonnen CO₂ eingespart werden – das entspricht etwa der Hälfte der jährlichen Treibhausgasemissionen der namibischen Stromwirtschaft. Pläne für eine zweite und dritte Ausbaustufe der Anlage sind bereits in Vorbereitung.
Die deutsche Stahlindustrie importiert jährlich mehrere Millionen Tonnen Eisen, das mithilfe fossiler Energieträger produziert wird. In Zukunft könnte grünes Eisen aus Oshivela diese emissionsintensiven Importe sowie den Einsatz von Stahlschrott ersetzen. Laut Projektvertretern haben zahlreiche deutsche Partner bereits starkes Interesse an dem preislich wettbewerbsfähigen und klimafreundlichen Eisen aus Namibia bekundet. Langfristig könnte Oshivela bis zu zwei Millionen Tonnen Eisen für die deutsche Stahlproduktion liefern und damit einen entscheidenden Beitrag zur Dekarbonisierung der Branche leisten.
Bereits seit 2023 wird im Rahmen eines Forschungsprojekts auf dem RWE-Gelände in Lingen in Deutschland grünes Eisen hergestellt – unter Verwendung von Eisenerz aus Namibia.
Mit der Förderrichtlinie für internationale Wasserstoffprojekte unterstützt das BMWK deutsche Unternehmen bei der Umsetzung von Projekten zu grünem Wasserstoff und dessen Derivaten außerhalb Europas. Diese Initiative ist Teil der weiterentwickelten Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung und dient der Förderung der Wasserstoff-Importstrategie. Der Projektträger Jülich (PtJ) steht interessierten Unternehmen im Auftrag des BMWK beratend zur Seite und bietet Unterstützung bei Förderfragen und der Antragstellung.
Quelle: DIHK
Webinar- und Veranstaltungsempfehlungen
Webinar: „Nachhaltigkeitslösungen gekonnt mit Markenidentität verknüpfen“
Sie wollen mit Ihrem Unternehmen CO2-Emissionen vor Ort in Deutschland ausgleichen? Der Kooperationspartner des Verbands Klimaschutz-Unternehmen, Klim, verfolgt das Ziel, CO2-Emissionen hierzulande nachhaltig zu reduzieren und die Bodenfruchtbarkeit sowie Biodiversität zu verbessern. Hierbei setzt das AgriTech-Start-up auf die regenerative Landwirtschaft. Was es damit auf sich hat, wie Unternehmen diese mit CO2-Zertifikaten fördern können und wie sich dabei Nachhaltigkeitslösungen geschickt mit der Markenidentität verknüpfen lassen, berichten die Experten von Klim gemeinsam mit Klimaschutz-Unternehmen Babor Beauty Group, das bereits eng mit dem Start-up zusammenarbeitet. Termin: 30. Januar 2025, 10-11Uhr.
Zur Anmeldung
Quelle: DIHK
Webinar: „Digitaler Zwilling – datenbasierte Entscheidungen dank maximaler Transparenz“
Digitale Zwillinge sind eine großartige Möglichkeit für Unternehmen, nachhaltiger zu arbeiten und Kosten zu sparen. Aber was genau sind Digitale Zwillinge? Im Webinar mit dem Kooperationspartner des Verbands Klimaschutz-Unternehmen, Open House of Energy, geht es neben dieser Frage auch darum, wie dank moderner Technologie die Energieeffizienz im Unternehmen gesteigert, Betriebskosten gesenkt und Prozesse nachhaltig optimiert werden können. Nicht nur in Zeiten steigender Energiekosten können Digitale Zwillinge ein Game-Changer mit Blick auf Wettbewerbsvorteile sein.
Termin: 18. Februar 2025, 10-11Uhr.
Zur Anmeldung.
Quelle: DIHK
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Dr.-Ing. Robert Schmidt
Leiter des Geschäftsbereichs Innovation | Umwelt; Grundsatzfragen Innovations-, Industrie-, Technologie-, Digital-, Energie- und Umweltpolitik
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Peggy Leibetseder
Assistenz Geschäftsbereich Innovation | Umwelt
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