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Street view in Nuremberg, Germany (Karolinenstraße)

Die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien in Nürnbergs Innenstadt sehen die Stadtentwicklung mit gemischten Gefühlen: Auf der eine Seite gab es in letzter Zeit positive Nachrichten wie den Ankauf des leerstehenden Kaufhofs durch die Stadt. Andererseits machen ihnen der hohe Leerstand und die zunehmende Ansiedlung von Billigläden zu schaffen. Stadt Nürnberg, IHK und Handwerkskammer Nürnberg sehen dies jedoch nicht als unabwendbares Schicksal und haben deshalb das „Immobiliennetzwerk Nürnberg“ ins Leben gerufen.

Vor Kurzem kamen verschiedene Akteure erstmals im „Haus der Wirtschaft“ der IHK zusammen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. IHK-Präsident Dr. Armin Zitzmann hob dabei die Bedeutung einer lebendigen Innenstadt hervor: „Menschen wollen in Städten mit einem hohen Freizeitwert leben. Dazu zählt auch eine attraktive Innenstadt. Das zieht Fachkräfte und damit Unternehmen an. Deswegen ist es so wichtig, dass wir unsere Kräfte und Ideen jetzt bündeln.“

„Früher war die Breite Gasse eine Top-Adresse, heute sehen wir mehr Leerstand als Kundschaft“, beschreibt Max Crämer von Crämer & Co. den Zustand der einst so beliebten Einkaufsstraße. Die Ansiedlung von Billigläden wie Handy-, Süßwaren- oder Outlet-Shops verstärke den Abwärtstrend. Er sieht die Innenstadt dennoch als attraktiven Standort – unter der Voraussetzung, dass innovative Konzepte umgesetzt werden. Doch genau dafür seien die Mieten oft zu hoch und die Verträge noch immer zu langfristig. Das Netzwerk richtet sich deshalb vor allem an Eigentümer gewerblicher Immobilien in den zentralen Einkaufsstraßen. Nürnbergs Wirtschaftsreferentin Dr. Andrea Heilmaier sagte, der konstruktive Dialog mit den Eigentümern sei wichtig, um beispielsweise das Thema Leerstände gezielt anzugehen und neue Nutzungen zu entwickeln.

Mehr als 70 Eigentümer von Immobilien in der Nürnberger Innenstadt waren der Einladung zum ersten „Immobiliennetzwerk Innenstadt“ gefolgt. Sie kritisierten vor allem die mangelnde Flexibilität bei den Nutzungsmöglichkeiten von Immobilien. Außerdem klagten sie über die oft strengen Auflagen und lange Genehmigungsverfahren, die eine Umwidmung von Gewerberäumen zu Wohnraum erschwerten. So wünschten sich mehrere Anwesende, nicht nachgefragte Geschäftsräume temporär als Wohnraum vermieten zu können, und zwar ohne abgelöste Parkplätze zu verlieren. Zudem sollte es leicht möglich sein, zu einer geschäftlichen Nutzung zurückzukehren. Auch die lange Bearbeitungszeit von Bauanträgen betrachteten viele Immobilieneigner als Hemmschuh.

Wirtschaftsreferentin Heilmaier verwies auf die umfassende Novellierung der Bayerischen Bauordnung zum 1. Januar 2025, die Bauvorhaben entbürokratisieren und beschleunigen soll. Zugleich sei nicht alles, was möglich ist, von den politischen Vertretern in Bayern auch so gewollt. In der Messestadt Nürnberg bestehe auch eine gewisse Gefahr, dass eine Umnutzung zu Zweckentfremdung führen könnte und dringend benötigter Wohnraum kurzzeitig vermietet werde. Zudem würden Parkplätze in der Stadt dringend gebraucht: „Deswegen versucht das Wirtschaftsreferat, jeden Stellplatz zu erhalten und zu verteidigen.“

Mobilitätskonzepte für Nürnberg sowie eine gute Erreichbarkeit der Innenstadt sind auch ein wichtiges Thema des neu gewählten IHK-Gremiums Stadt Nürnberg. „Zu einer hohen Attraktivität der Innenstadt gehört auch eine gute Erreichbarkeit“, stellte IHK-Präsident Zitzmann heraus. Die Parksituation sei ein großes Thema für Handel und Besucher. Deswegen setze sich das IHK-Gremium Stadt Nürnberg für mehr Park-and-Ride-Plätze ein. „Städte wie München zeigen, dass dies Kaufkraft in die Stadt zieht“, sagte Zitzmann.

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